[Notes:
6: The home of Brunhild, far out over the North Sea. She is an
athletic maid who kills her suitors unless they vanquish her in
certain sports. Gunter has come to woo her, Siegfried promising
to help him. Siegfried’s reward is to be the hand of Kriemhild.
7: Siegfried has put on his _Tarnkappe_, or hiding-cloak, which
makes him invisible.]
_From Adventure 16: Siegfried is treacherously slain by Hagen._[8]
Die höf’sche Zucht erwies da Siegfried daran:
Den Schild legt’ er nieder, wo der Brunnen rann;
Wie sehr ihn auch dürstete, der Held nicht eher trank,
Bis der König getrunken; dafür gewann er übeln Dank.
Der Brunnen war lauter, kühl und auch gut, 5
Da neigte sich Gunter hernieder zu der Flut.
Als er getrunken hatte, erhob er sich hindann;
Also hätt’ auch gerne der kühne Siegfried getan.
Da entgalt er seiner höf’schen Zucht; den Bogen und das Schwert
Trug beiseite Hagen von dem Degen wert, 10
Dann sprang er zurücke, wo er den Wurfspiess fand,
Und sah nach einem Zeichen an des Kühnen Gewand.
Als der edle Siegfried aus dem Brunnen trank,
Er schoss ihm durch das Kreuze,[9] dass aus der Wunde sprang
Das Blut von seinem Herzen hoch an Hagens Gewand; 15
Kein Held begeht wohl wieder solche Untat nach der Hand.
Den Gerschaft im Herzen liess er ihm stecken tief.
Wie im Fliehen Hagen da so grimmig lief,
So lief er wohl auf Erden nie vor einem Mann!
Als da Siegfried Kunde der schweren Wunde gewann, 20
Der Degen mit Toben von dem Brunnen sprang;
Ihm ragte von der Achsel eine Gerstange lang.
Nun wähnt’ er da zu finden Bogen oder Schwert,
Gewiss, so hätt’ er Hagnen den verdienten Lohn gewährt.
Als der Todwunde da sein Schwert nicht fand, 25
Da blieb ihm nichts weiter als der Schildesrand,
Den rafft’ er von dem Brunnen und rannte Hagen an;
Da konnt’ ihm nicht entrinnen König Gunters Untertan.
Wie wund er war zum Tode, so kräftig doch er schlug,
Dass von dem Schilde nieder wirbelte genug 30
Des edeln Gesteines; der Schild zerbrach auch fast,
So gern gerochen hätte sich der herrliche Gast.
Da musste Hagen fallen von seiner Hand zu Tal,
Der Anger von den Schlägen erscholl im Wiederhall.
Hätt’ er sein Schwert in Händen, so wär’ es Hagens Tod. 35
Sehr zürnte der Wunde, es zwang ihn wahrhafte Not.
Seine Farbe war erblichen, er konnte nicht mehr stehn,
Seines Leibes Stärke musste ganz zergehn,
Da er des Todes Zeichen in lichter Farbe trug;
Er ward hernach betrauert von schönen Frauen genug. 40
Da fiel in die Blumen der Kriemhilde Mann,
Das Blut von seiner Wunde stromweis nieder rann;
Da begann er die zu schelten, ihn zwang die grosse Not,
Die da geraten hatten mit Untreue seinen Tod.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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