Lob sei dir und Ehr’,
Du Weltgebieter hehr! 60
Ich und all mein Geschlecht
Waren verdammt mit Recht.
Doch wolltest du in deiner Barmherzigkeit
Uns erlösen aus solcher Jämmerlichkeit.
Eva! Eva! 65
Selig Weib, komm mal her ja!
(_et cantat: Te nostra vocabant suspiria--_)
JESUS
Du warst an deinen Sünden gestorben;
Nun hab’ ich sterbend dich wieder erworben
Und will dich führen zu des Vaters Thron.
EVA
O Herr Jesus, Gottes Sohn, 70
Ich habe gesündigt gegen dich,
Indem ich liess betrügen mich
Und Trotz bot deinem Worte.
Drum wohn’ ich hinter der Höllenpforte
Wohl fünftausend Jahr! 75
Nun bin ich erlöset offenbar.
[Notes:
1: The original, in the Middle Low German of Mecklenburg (Redentin
is a village near Wismar) is printed in Kürschner’s _Deutsche
Nationalliteratur_, Vol. 14. --Upon coming to life in the tomb and
escaping the guards stationed by Pilate, Christ descends into hell
to release the ‘fathers.’ Lucifer’s first speech--he is the
over-lord of hell and Satan his first lieutenant--is addressed to
the devils in view of the rumored approach of the King of Glory.]
2
_From the Vienna play: The quacksalver scene._[2]
(_Nun kommen die Personen und singen._)
Allmächtiger Gott, Vater der höchste,
Der Engel Trost, der aus der Not
Uns rettete und Trost uns bot--
DIE ZWEITE PERSON
Vater, allmächtiger Gott,
Dem die Engel stehn zu Gebot, 5
Was soll uns Armen nun geschehen,
Da wir dich nicht mehr sollen sehen?
Wir haben den verloren,
Der uns zum Troste ward geboren,
Jesus Christus, 10
Der reinen Jungfrau Sohn,
Der der Welt Hoffnung war.
O, wie gross ist unser Schmerz!
Wir haben verloren Jesus Christ,
Der aller Welt ein Tröster ist, 15
Mariens Sohn, den reinen;
Drum müssen wir beweinen
Bitterlich seinen Tod,
Da er uns half aus grosser Not.
DIE DRITTE PERSON
Wir wollen dahin, wo er im Grabe liegt, 20
Und ihn betrauern, der den Tod besiegt
Für uns, und salben ihm die Wunden sein;
O weh, wie gross ist unsre Herzenspein!
Geliebte Schwestern beide,
Wie sollen wir leben in unserm Leide, 25
Wenn wir entbehren müssen
Jesus den süssen?
Drum gehen wir und kaufen Salben,
Damit wir ihm allenthalben
Bestreichen seine Wunden 30
In diesen frühen Stunden.
(_Der Kaufmann ruft dem Knechte_)
Rubein! Rubein! Rubein!
(_Rubinus kommt gelaufen_)
Was wollt Ihr denn, Herr Meister mein?
MERCATOR
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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