1488-1523. An eminent humanist and poet laureate of knightly stock,
Hutten had attacked the papacy in various Latin writings before
resorting to the vernacular in support of Luther, of whose cause he
became, in 1520, an ardent champion. The defeat of his friend Sickingen
compelled him to flee to Switzerland, where he died on the island of
Ufnau, in the Lake of Zürich.
The selections follow Kürschner’s _Nationalliteratur_, Vol. 17{2}, pages
249 ff., and pages 269 ff.
1
_From the Poem ‘Complaint and Admonition.’_[1]
Hilf, werder Künig,[2] es ist not!
Lass fliegen auss des adlers fan![3]
So wöllen wir es heben an.
Der weingart gottes ist nit rein,
Vil ungewächss ist kommen drein. 5
Der weytz des herren wicken[4] tregt;
Wer do zů[5] nit sein arbeit legt
Und hilfft das unkraut tilgen auss,
Der würt mit gott nit halten hauss.
Wir reuten auss unfruchtbarkeit 10
Und thůnd, als gott hatt selbs geseit,
Zu dem, der solichs rauben pflegt,
Do ers propheten mund[6] bewegt.
Du hast beraubt all nation,
Drumb dir auch werden widerston 15
All völcker, überfallen dich,
Berauben wider gwaltiglich.
Fürwar, das würt ein gůtte that!
Ich gib all frommen Teutschen rat,
Seit sich nit bessert disser stadt.[7] 20
Doch halt die frommen ich beuor,[8]
Der greiff man keinem an ein hor.[9]
Und die seind gůtter gschrifft gelert,
Ich bitt, das keiner werd versert.
Und wer ein geistlich leben fürt, 25
In disser sach bleib unberürt.--
All ding[10] der Bapst hatt übermacht!
Wer das dann hat zům bestengdacht,
Den hatt er mit dem bann erschreckt.
Ich hoff, es seyen schon erweckt 30
Vil teutscher hertzen, werden sich
Der sachen nemen an, als[11] ich.
Ich hab ye[12] gůt vormanung gthan,
Ich hoff, sye lassen mich nit stan!
Den stolzen Adel ich beruff, 35
Ir frommen Stett, euch werffet uff!
Wir wöllents halten in gemein;
Lasst doch nit streiten mich allein!
Erbarmt euch übers vatterlandt,
Ir werden Teutschen, regt die handt; 40
Yetzt ist die zeit, zůheben an
Umb freyheit kryegen, gott wils han!
Här zů![13] wer mannes hertzen hatt!
Gebt vorter[14] nit den lügen statt,
Domit sye han vorkert die welt! 45
Vor hatt es an vormanung gfelt,
Und einem, der euch sagt den grund,
Kein ley[15] euch damals weissen[16] kund,
Und waren nůr die pfaffen glert.
Yetzt hatt uns gott auch kunst[17] beschert, 50
Das wir die bücher auch verstan.
Wollauff, ist zeyt, wir müssen dran!
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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