Wart, Lecker, thu vor[8] hören!
Ich will dirs drencken ein 50
Vnd dich vor lernen ehren
Vatter und Mutter dein.
Das nimm zu einer zehrung mit!
Pack dich zum Teuffel heut!
Dann wenn du schon hie bleibest nit, 55
Hab ich dennoch gnug freundt.
(_Er schlegt jn ab vnd gehn alle ab._)
Kummt Herr EMERICH vnd sagt:
Ich bin fürwar ein alter Mann
Vnd gar vbel zu fuss.
Ein Knecht den will ich nemen an,
Der auff mich warten muss 60
Im hauss vnd auff der Gassen,
Dieweil die Haussfrau mein
Mich nicht allein will lassen
Also gehn auss vnd ein.
(_Jann Posset geht ein._)
Herr EMERICH singt:
Schau! dort kummt hergangen 65
Ein Knecht; den nimm ich an,
Will jn gehn balt empfangen.
(_Er geht zu ihm vnd sagt:_)
Was seit ir für ein Mann?
Ein Knecht den solt ich dingen,
Der thet warten auff mich. 70
Will du dich lassen zwingen,[9]
Darff ich annemen dich.
JANN singt:
So wist! ich kumm geloffen rein
Von einem Dorf drey Meil,
Von Rolanden, dem Vater mein, 75
Bey dem ich ward ein weil,
Von dem ich nichts kund lehren,
Vnd kumm her in die Stadt.
Halt jr mich nun in ehren,
So finden wir beid stat.[10] 80
Auch will ich gern sein euer Knecht,
Wenn jr mich dingen wolt,
Wils euch auch als verrichten recht;
Iedoch jr mir auch solt
Als, was ich hab zu schaffen, 85
Schreiben auff einen Brieff;
Vnd dörfft mich auch drumb straffen,
Wenn ichs nich als wol triff.
Herr EMERICH sagt:
Was soll ich dir lang schreiben?
Thu halt, was ich dich heiss! 90
So kanst du bey mir bleiben,
Wenn thu es thust mit fleiss.
Du must halt auff mich warten
Vnd all Handreichung than,
Mich führn in mein Garten 95
Vnd was ich dir zeig an.
JANN singt:
Weil ich vor nicht bin gwest alhie
Vnd gedient in der Stadt,
Den gebrauch auch erfahren nie,
Was es für Arbeit hat, 100
So last euch nicht schwer fallen für,
Zu machen mir ein Brieff,
Das ichs als hab geschribn bey mir
Vnd mich nicht vbergrieff.
Ich bin gar ein vergessner Mann; 105
Wenn man mir sagt zu vil,
Ich es fürwar nicht mercken kan.
Iedoch ich als thon will,
Was man mir wird auffschreiben.
Mein Herr, versuchts mit mir! 110
Herr EMERICH singt:
Nun so thu bey mir bleiben!
Ich will dirs schreiben für.
So geh halt in die Stuben nein
Vnd foder ein Schreibzeug!
Denselben trag zu mir herein! 115
So beschreib ich dirs gleich,
Wastu hast zu schaffen bey mir.
Kummst du demselben nach,
So bin ich zu friden mit dir
Ietzund vnd mein lebtag. 120
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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