LOUISE. Ich hatte diese Träume vergessen und war glücklich--jetzt!
Jetzt! Von heut an!--der Friede meines Lebens ist aus--Wilde
Wünsche--ich weiss es--werden in meinem Busen rasen. --Geh--Gott vergebe
dir’s! --Du hast den Feuerbrand in mein junges friedsames Herz geworfen,
und er wird nimmer, nimmer gelöscht werden. (_Sie stürzt hinaus. Er
folgt ihr sprachlos nach._)
[Notes:
2: Louise is the daughter of a middle-class musician. She has not
yet heard of any plot (the ‘cabal’ comes later) to separate her
from her noble lover, whose intentions are honorable; but her
father’s uneasiness and her own instinctive class-feeling fill
her with dismay.]
5
_From a Discourse on the Theater, read before the German Society of
Mannheim in 1784._
Noch ein Verdienst hat die Bühne--ein Verdienst, das ich jetzt um so
lieber in Anschlag bringe, weil ich vermute, dass ihr Rechtshandel mit
ihren Verfolgern ohnehin schon gewonnen sein wird. Was bisher zu
beweisen unternommen worden, dass sie auf Sitten und Aufklärung
wesentlich wirke, war zweifelhaft--dass sie unter allen Erfindungen des
Luxus und allen Anstalten zur gesellschaftlichen Ergötzlichkeit den
Vorzug verdiene, haben selbst ihre Feinde gestanden. Aber was sie hier
leistet, ist wichtiger als man gewöhnt ist zu glauben.
Die menschliche Natur erträgt es nicht, ununterbrochen und ewig auf der
Folter der Geschäfte zu liegen, die Reize der Sinne sterben mit ihrer
Befriedigung. Der Mensch, überladen vom tierischem Genuss, der langen
Anstrengung müde, vom ewigen Triebe nach Tätigkeit gequält, dürstet nach
bessern auserlesenem Vergnügungen, oder stürzt zügellos in wilde
Zerstreuungen, die seinen Hinfall beschleunigen und die Ruhe der
Gesellschaft zerstören. Bacchantische Freuden, verderbliches Spiel,
tausend Rasereien, die der Müssiggang ausheckt, sind unvermeidlich, wenn
der Gesetzgeber diesen Hang des Volkes nicht zu lenken weiss. Der Mann
von Geschäften ist in Gefahr, ein Leben, das er dem Staat so grossmütig
hinopferte, mit dem unseligen Spleen abzubüssen--der Gelehrte zum
dumpfen Pedanten herabzusinken--der Pöbel zum Tier. Die Schaubühne ist
die Stiftung, wo sich Vergnügen mit Unterricht, Ruhe mit Anstrengung,
Kurzweil mit Bildung gattet, wo keine Kraft der Seele zum Nachteil der
andern gespannt, kein Vergnügen auf Unkosten des Ganzen genossen wird.
Wenn Gram an dem Herzen nagt, wenn trübe Laune unsre einsamen Stunden
vergiftet, wenn uns Welt und Geschäfte anekeln, wenn tausend Lasten
unsre Seele drücken, und unsre Reizbarkeit unter Arbeiten des Berufs zu
ersticken droht, so empfängt uns die Bühne--in dieser künstlichen Welt
träumen wir die wirkliche hinweg, wir werden uns selbst wiedergegeben,
unsre Empfindung erwacht, heilsame Leidenschaften erschüttern unsre
schlummernde Natur und treiben das Blut in frischeren Wallungen. Der
Unglückliche weint hier mit fremdem Kummer seinen eignen aus--der
Glückliche wird nüchtern und der Sichere besorgt. Der empfindsame
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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