Entretiens / Interviews / EntrevistasLebert, Marie
Science
Entretiens / Interviews / Entrevistas
Lebert, Marie
Internet; World Wide Web
Wir werden je länger je mehr Vermittler und vielleicht etwas weniger
Konservatoren. Meine jetzige Berufstätigkeit ist für diese neue Situation
typisch: zum einen den Weg für einen schnellen Zugang zur Information bereiten
und wirksame Kommunikationsmittel schaffen. Zum anderen die BenutzerInnen in der
Anwendung dieser neuen Werkzeuge schulen.
= Wie beurteilen Sie die Zukunft?
Ich glaube, daß die Zukunft unseres Berufes durch die Zusammenarbeit und durch
die Nutzung der gemeinschaftlichen Ressourcen bestimmt werden wird. Dies ist
zwar ein altes Projekt, aber zum ersten mal werden jetzt endlich die Mittel
dafür zur Verfügung gestellt.
Was mein persönliches Berufsleben betrifft, so hoffe ich vor allem, daß das
Internet mir eines Tages erlauben wird, zu Hause zu arbeiten, wenigstens
teilweise. Das würde mir pro Tag zweieinhalb Stunden Arbeitsweg ersparen...
= Was halten Sie von den Diskussionen über das Autorenrecht im Web?
Ich verfolge diese Diskussionen nicht. Aber ich glaube, es wird schwer werden,
den Gemeinschaftssinn aufrechtzuhalten, welcher ja die Grundlage der Entstehung
des Internets war.
= Wie beurteilen Sie die Entwicklung in Richtung eines multilingualen Internets?
Ich begrüße diese Entwicklung auf jeden Fall. Das Internet ist weder ein
nationales noch ein sprachliches Eigentum. Es ist ein Kulturvermittler, und die
erste Stütze der Kultur ist die Sprache. Je mehr Sprachen in ihrer Vielfalt
repräsentiert sind, desto mehr Kulturen wird es im Internet geben. Ich glaube
nicht, daß man unbedingt der Versuchung nachgeben muß, seine Seiten systematisch
in eine mehr oder weniger universelle Sprache zu übersetzen. Der Kulturaustausch
basiert auf der Bereitwilligkeit, sich demjenigen anzupassen, zu dem man gehen
möchte.Und dies geschieht durch die Kenntnis seiner Sprache. Natürlich ist dies
als Vorschlag sehr utopisch. Konkret gesagt, sobald ich beim recherchieren im
Web auf eine norwegische oder brasilianische Seite treffe ohne englische
Erklärungen, beginne ich zu schimpfen.
= Welches ist Ihr bestes Erlebnis im Internet?
Der Tag, an dem ich auf der Seite von Health on the Net eine Schachtel Schweizer
Pralines gewonnen habe (stürzen Sie sich nicht darauf, das Spiel existiert nicht
mehr...).
= Und Ihr schlechtestes Erlebnis?
Die schlechten Nebenerscheinungen der elektronischen Post: schlecht erzogene
Menschen, die von der Distanz oder von einer gewissen Anonymität profitieren um
nicht sehr nette Sachen zu sagen oder um eine wirklich kindische Haltung
einzunehmen mit Konsequenzen, die nicht immer aus einer kindlichen Welt
stammen... Zum Beispiel habe ich einmal einer Person eine Kopie einer E-mail
geschickt, da ich dachte, sie interessiere sich für das Thema. Sie benutzte
meine Mitteilung in der Art und Weise, um sich zwischen meinen
Verhandlungspartner und mich zu stellen und mich zu diskreditieren.
CATHERINE DOMAIN [FR, EN, ES]
[FR] Catherine Domain (Paris)
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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