Main Currents in Nineteenth Century Literature - 2. The Romantic School in GermanyBrandes, Georg
History
Main Currents in Nineteenth Century Literature - 2. The Romantic School in Germany
Brandes, Georg
Literature, Modern -- 19th century -- History and criticism; Naturalism in literature; Romanticism
"Es bricht die neue Welt herein
_Und verdunkelt den hellsten Sonnenschein_.
Man sieht nun aus bemoosten Trümmern
Eine wunderseltsame Zukunft schimmern,
Und was vordem alltäglich war,
Scheint jetzo fremd und wunderbar.
Der Liebe Reich ist aufgethan,
Die Fabel fängt zu spinnen an.
Das Urspiel jeder Natur beginnt,
Auf kräftige Worte jedes sinnt,
Und so das grosse Weltgemüth
Ueberall sich regt und unendlich blüht.
* * * * * * * * * *
Die Welt wird Traum, der Traum wird Welt,
Und was man glaubt, es sei geschehn,
Kann mann von weitem erst kommen sehn;
Frei soll die Phantasie erst schalten,
Nach ihrem Gefallen die Fäden verweben,
Hier manches verschleiern, dort manches entfalten,
_Und endlich in magischem Dunst verschweben_.
_Wehmuth und Wollust, Tod und Leben
Sind hier in innigster Sympathie,_--
Wer sich der höchsten Lieb' ergeben,
Genest von ihren Wunden nie."[6]
Night, death, sensual rapture, heavenly bliss--these ideas are still
more firmly interwoven in the verses above the churchyard gate, in
_Heinrich von Ofterdingen_. The dead say:--
"Süsser Reiz der Mitternächte,
Stiller Kreis geheimer Mächte,
Wollust räthselhafter Spiele,
Wir nur kennen euch.
* * * * * * * *
Leiser Wünsche süsses Plaudern
Hören wir allein, und schauen
Immerdar in sel'ge Augen,
Schmecken nichts als Mund und Kuss.
Alles was wir nur berühren,
Wird zu heissen Balsamfrüchten,
Wird zu weichen zarten Brüsten,
Opfern kühner Lust.
Immer wächst und blüht Verlangen
Am Geliebten festzuhangen,
Ihn im Innern zu empfangen,
Eins mit ihm zu sein.
Seinem Durste nicht zu wehren,
Sich im Wechsel zu verzehren,
Von einander sich zu nähren,
Von einander nur allein.
So in Lieb' und hoher Wollust
Sind wir immerdar versunken,
Seit der wilde trübe Funken
Jener Welt erlosch;
Seit der Hügel sich geschlossen
Und der Scheiterhaufen sprühte,
Und dem schauernden Gemüthe
Nun das Erdgesicht zerfloss."[7]
This mysticism, which deems the dead happy because it supposes them
to be revelling in all sensual delights, becomes, in its practical
application, a sort of quietism, that is, preference for a vegetating,
plant-like life, the life extolled in _Lucinde_.
"The plants," says Novalis, "are the plainest speech of the earth;
every new leaf, every remarkable flower is some mystery which is trying
to reveal itself, and which remains motionless and dumb only because
from very joy and love it can neither move nor speak. If one chances
in solitude upon such a flower, does not everything around it seem
transfigured? do not the little feathered songsters seem to seek its
vicinity? One could weep for gladness, and, forgetting the world, could
bury one's hands and feet in the ground, take root, and never leave
that happy neighbourhood."
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Elsewhere in the archive
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account