Sappho and her influenceRobinson, David M. (David Moore)
History
Sappho and her influence
Robinson, David M. (David Moore)
Sappho -- Influence
There are only a few distinct cases of Sappho’s influence on the
great German poets, and so I limit myself to comparing Grillparzer’s
melodramatic adaptation of the Aphrodite ode with the beautiful rendering
by the German lyric poet of modern times, Geibel, who as a tutor in
Athens learned to love Lesbian lyrics and Greek literature, though he
could not reproduce the wonderful soft sound of the Aeolic Greek:
Golden-thronende Aphrodite,
Listenersinnende Tochter des Zeus,
Nicht mit Angst und Sorgen belaste,
Hocherhabne! dies pochende Herz!
Sondern komm, wenn jemals dir lieblich
Meiner Leier Saiten getönt,
Deren Klängen du öfters lauschtest,
Verlassend des Vaters goldenes Haus.
Du bespanntest den schimmernden Wagen,
Und deiner Sperlinge fröhliches Paar,
Munter schwingend die schwärzlichen Flügel,
Trug dich vom Himmel zur Erde herab.
Und du kamst; mit lieblichem Lächeln,
Göttliche! auf der unsterblichen Stirn,
Fragtest du, was die Klagende quäle,
Warum erschalle der Flehenden Ruf?
Was das schwärmende Herz begehre,
Wen sich sehne die klopfende Brust
Sanft zu bestricken im Netz der Liebe;
‘Wer ist’s, Sappho, der dich verletzt?
Flieht er dich jetzt, bald wird er dir folgen;
Verschmäht er Geschenke, er gibt sie noch selbst,
Liebt er dich nicht, gar bald wird er lieben,
Folgsam gehorchend jeglichem Wink!’
Komm auch jetzt und löse den Kummer,
Der mir lastend den Busen beengt,
Hilf mir erringen, nach was ich ringe,
Sei mir Gefährtin im lieblichen Streit!
(GRILLPARZER)
Die du thronst auf Blumen, o schaumgeborne
Tochter Zeus’, listsinnende, hör’ mich rufen,
Nicht in Schmach und bitterer Qual, o Göttin,
Lass mich erliegen.
Sondern huldvoll neige dich mir, wenn jemals
Du mein Flehn willfährigen Ohrs vernommen,
Wenn du je, zur Hilfe bereit, des Vaters
Halle verlassen.
Raschen Flugs auf goldenem Wagen zog dich
Durch die Luft dein Taubengespann, und abwärts
Floss von ihm der Fittiche Schatten dunkelnd
Über den Erdgrund.
So dem Blitz gleich, stiegst du herab und fragtest,
Sel’ge, mit unsterblichem Antlitz lächelnd:
‘Welch ein Gram verzehrt dir das Herz, warum doch
Riefst du mich, Sappho?
Was beklemmt mit sehnlicher Pein so stürmisch
Dir die Brust? Wen soll ich ins Netz dir schmeicheln?
Welchem Liebling schmelzen den Sinn? Wer wagt es,
Deiner zu spotten?
Flieht er: wohl, so soll er dich bald verfolgen;
Wehrt er stolz der Gabe, so soll er geben;
Liebt er nicht, bald soll er für dich entbrennen,
Selbst ein Verschmähter.’
Komm denn, komm auch heute, den Gram zu lösen!
Was so heiss mein Busen ersehnt, o lass es
Mich empfahn, Holdselige, sei du selbst mir
Bundesgenossin!
(GEIBEL)
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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