Prior to Luther the most noteworthy prose is found in the sermons of
Berthold von Regensburg, the great 13th century preacher, and in the
somewhat later writings, largely sermons, of the mystics Eckhart, Seuse,
Tauler and Meerschwein. Their interest is rather more religious than
literary. The earliest example of imaginative prose is the so-called
_Farmer of Bohemia_, written in 1399, in which a bereaved husband
discourses of his lost wife with Death. The 15th century shows a
considerable body of prose literature in the form of sermons,
chronicles, translations, paraphrases, but nothing of great artistic
distinction.
1
_From a Sermon of Berthold von Regensburg ‘On the Angels.’_[1]
Wir begehen heute das Fest der grossen Fürsten, der heiligen Engel, die
der ganzen Welt ein überaus grosses Wunder sind, und an denen der
allmächtige Gott viele Wunder und grosse Wunder geschaffen hat. Und
wollte ein Mensch nicht aus anderm Grunde in den Himmel kommen, so
könnte er doch gerne darum in den Himmel kommen, nur damit er sähe, was
für Wunder und Wunder da sind. Und des Wunders kann niemand zu Ende
kommen, das Gott in den heiligen Engeln an den Tag gelegt hat. Und sie
sind unseres Herrn Boten, denn Engel heisst auf Griechisch ein Bote.
Unser Herr hatte grosse Freude, da er ohne Anfang war, wie er auch auf
immer ohne Ende ist. Ich rede von der Gottheit, von der Krone; ehe er
etwas erschuf, wie wir jetzt sind, da hatte er gar grosse Freude in sich
selbst und mit sich selbst. Da gedachte er zu machen, er wollte zwei
Kreaturen machen, zweierlei Kreaturen, damit diese seiner Freude
teilhaftig würden, er selbst aber darum nicht weniger Freude hätte. Und
wie grosse Freude er auch ihnen gab, hatte er doch selbst darum nicht
mindre Freude, recht wie der Sonnenschein. Wie viel die Sonne uns auch
alle Tage ihres Lichtes gibt, hat sie selbst um nichts weniger. Und also
machte Gott zwei Kreaturen: das waren der Mensch und der Engel. Da
machte Gott ein Ding,[2] und das war das allerbeste Ding unter allen
Dingen, die Gott je gemacht hat. Und nie machte er ein Ding so gut unter
allen Dingen, die Gott gemacht hat, [wie dieses, das er machte,] damit
Mensch und Engel seiner Freude teilhaftig würden, da es so nütze und so
gut war. Und also machte es Gott, dass Menschen und Engel davon
immermehr Freude haben sollten. Und wie ausserordentlich nütze das Ding
auch war, und wie viel Ehre und Seligkeit auch daran liegt, so waren
doch etliche Engel im Himmel, die das Ding nicht behalten wollten, und
diese wurden verstossen aus den ewigen Freuden und wurden in die ewige
Marter geworfen. Und alle, die das Ding behielten, die blieben bei dem
allmächtigen Gott in den ewigen Freuden, weil sie das Ding behielten,
das so gut ist, unter allen Dingen das beste....
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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