Bald nach diser zeit als vlenspiegel ein sigrist wz gesein,[3] Da kame
er geen Megdburg, vnd treib vil anschleg, vnd sein nom ward da von erst
bekant, das man von Vlenspiegel wusst zesagen, da ward er angefochten
von den besten der burger von der stat dz er solt etwz abenthür treiben,
da sagt er, er wolt es thůn, vnd wolt vff dz rathuss, vnd von der lauben
fliegen, da ward ein geschrei in der stat, dz sich iung und alt samlete
vff dem marckt, vnd wolten es sehen. Also stunde Vlenspiegel vff der
lauben von dem rathuss, vnd bewegt sich mit den armen, vnd gebar eben
als ob er fliegen wolt. Die lüt stůnden theten augen vnd müler vff, vnd
meinten er wolt fliegen. Da lacht vlenspiegel vnd sprach, Ich meinte es
wer kein thor oder nar mer in der welt dan ich. So sih ich wol, dz hie
schier die gantz stat vol thoren ist, und wann ir mir alle sagtẽ dz ir
fliegen woltẽ ich glaubt es nit, vnd ir glouben mir als einem toren. Wie
solt ich fligen kunde, ich bin doch weder ganss noch fogel, so hon ich
kein fettich, vnd on fettich oder federn kan nieman fliegen. Nun sehẽ ir
offenbar, dz es erlogen ist, vnd lieff da von der lauben, vnd liess dz
volck eins teils fluchende, das ander teil lachende vnd sprachen, Das
ist ein schalckssnarr noch, dann so hat er war gesagt.
[Notes:
1: Till Eulenspiegel, the hero of the tales, is a waggish
vagabond who goes about the country,--originally Brunswick, it
would seem,--working at this and that and playing pranks on
people. The earliest extant edition of the Eulenspiegel
stories--that here followed--was printed at Strassburg in 1515.
2: _Lauben_, ‘loggia,’ ‘balcony’ (of the town hall).
3: _Wz gesein_ = _war gewesen_. The preceding story tells how he
had taken the rôle of sacristan at an Easter play.]
2
_From Pauli’s ‘Jest and Earnest,’[4] the 47th story: The clever fool._
Es kan auch etwan ein nar ein Vrteil finden, das ein weisser nit finden
kan. Es kam vff ein mal ein armer man ein betler in eins wirtzhauss, da
was ein groser braten an dem spiss. Der arm man het ein stück brotz das
hůb er zwischen den braten vnd das feur, das der geschmack[5] von dem
braten in das brot gieng, da ass er dan das brot, das thet der arm man
biss das er kein brot me het, da wolt er hinweg gon. Der würt hiesch im
die ürten.[6] Der arm man sprach, ir haben mir doch nichtz zů essen noch
zů trincken geben, was sol ich bezalen. Der wirt sprach du hast dich
gesettigt von dem meinen, von dem geschmack des bratens, das soltu mir
bezalen. Sie kamen mit einander an das gerüht, da ward die sach vff
geschlagen, biss vff ein andern gerichtztag, da was der gerichtz herren
einer der het ein narren da heim, vnd ob dem tisch da ward man der sach
zůred. Da sprach der nar, er sol den wirt bezalen mit dem klang des
geltz, wie der arm man ersettiget ist worden von dem geschmack des
bratens. Da nun der gerichtztag kam da bleib es bei dem vrteil, das
vrteil fand der nar.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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