[Notes:
11: _Verkehrt_, ‘changed.’
12: _Dass ... steht_; ‘that some other muse than mine will praise
you.’
13: _Umbsunst_, ‘for nothing.’
14: The bread does not look good, but is nourishing.
15: _Falsch_, ‘diluted.’
16: _Zwier_ = _zweimal_.
17: In allusion to the process of treating wine with
sulphur--nominally to improve its taste and color.
18: _Geniesslich_, ‘profitable.’]
+LIII. ANDREAS GRYPHIUS+
1616-1664. Gryphius is the most important of the pseudo-classic
dramatists, though his plays lacked the schooling of the stage. He was
born in Glogau, Silesia, won early distinction as a scholar and poet,
resided several years in Holland, France, and Italy, and finally settled
down in his birthplace, which honored him with the office of town
syndic. He wrote five original tragedies in alexandrine verse (always
with a chorus of some kind), and several comedies, partly in verse and
partly in prose. The selections follow Tittmann’s edition in _Deutsche
Dichter des 17. Jahrhunderts_.
1
_From the fourth act of ‘Murdered Majesty, or Carolus Stuardus’; King
Charles I, about to face death on the scaffold, confers with his loyal
friends, Colonel Thomlinson and Bishop Juxton._
KARL
Fürst, aller Fürsten Fürst, den wir nun sterbend grüssen,
Vor dem wir auf dem Knie das strenge Richtbeil küssen,
Gib, was mein letzter Wunsch noch von dir bitten kan,
Und stecke Karols Geist mit heilgem Eifer an.
Entzünde diss Gemüt, das sich ergetzt, zu tragen 5
Die ehrenvolle Schmach, das sich beherzt, zu wagen
Für unterdrückte Kirch, entzweigesprengte Kron
Und hochverführtes Volk. Ihr, die von eurem Thron
Mein Mordgerüst beschaut, schaut, wie die Macht verschwinde,
Auf die ein König pocht; schaut, wie ich überwinde, 10
Indem mein Scepter bricht. Die Erden stinkt uns an,
Der Himmel ruft uns ein. Wer also scheiden kan,
Verhöhnt den blassen Tod und trotzt dem Zwang der Zeiten
Und muss der Grüfte Recht[1] grossmüthig überschreiten,
Indem ein Unterthan sein eigen Mordrecht spinnt 15
Und durch des Prinzen Fall unendlich Leid gewinnt,
Das häufig schon erwacht; wer nach uns hier wird leben,
Wird zwischen heisser Angst und Todesfurchten schweben,
Indem sich Land auf Land und Stadt auf Stadt verhetzt,
Und Rathstuhl dem Altar und Tempel widersetzt, 20
Und dieser den verdruckt, der jenen aus wil heben,[2]
Und dem, der nach ihm schlägt, den letzten Hieb wil geben;
Biss der, der wider uns den grimmen Schluss aussprach,
Der unser Regiment mit frecher Faust zubrach,
Gepresst durch heisse Reu wird diesen Tag verfluchen 25
Und meine Tropfen Blut auf seiner Seelen suchen;
Biss der, der sich erkühnt, mein sauber Herz zu schmähn,
Von Blut und Thränen nass sich nach uns um wird sehn.
Doch! wir bekränken[3] diss und bitten: Herr, verschone,
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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