Daran ermahnt uns diese Reise,
dass auch wir selbst in gleicher Weise
Mit Eifer dafür Sorge tragen,
das Land der Heimat zu erfragen.
Doch ist dies, glaub’ ich, nicht bekannt:
das Paradies wird es genannt.
Hoch rühmen ich es kann und muss,
doch fehlet mir der Rede Fluss.
Und wenn auch jedes meiner Glieder
Rede und Sprache gäbe wieder, 5
So hätt’ ich’s niemals unternommen,
mit seinem Lob zu End’ zu kommen.
Doch siehst du’s nicht mit eignen Augen,
was können meine Worte taugen?
Und selbst dann wird sehr viel dran fehlen,
dass du es könntest her erzählen.
Dort gibt es Leben ohne Tod,
Licht ohne Finsternis und Not,
Dazu der Engel schöne Schar
und sel’ge Minne immerdar. 10
Das haben selbst wir aufgegeben,
des müssen wir in Trauer leben,
Und innen muss uns heimatwärts
sich klagend sehnen unser Herz.
Sind wir doch selbst herausgegangen,
in unserm Übermut befangen,
Denn uns verlockte leis’ und stille
des Herzens eigner böser Wille.
Wir haben Schuld auf uns geladen,
das ist jetzt klar zu unserm Schaden. 15
Nun weinen wir im fremden Land,
von Gott verstossen und verbannt.
Ja, unbenutzt liegt und verloren
das Erbgut, das für uns erkoren.
Nichts nützt uns dieses grosse Gut,
das macht nur unser Übermut.
So wird denn, ach! von uns entbehrt
das Schöne, das uns war beschert,
Wir müssen bittre Zeiten dulden
von nun an nur durch unsre Schulden. 20
Viel Leid ist uns und Not bekannt
mit Schmerzen hier in diesem Land,
Voll Wunden sind wir und voll Pein
um unsre Missetat allein,
Viel Elend und Mühseligkeit,
das ist hier stets für uns bereit.
Zur Heimat können wir nicht reisen,
wir jammervollen, armen Waisen.
O weh, du fremdes Schreckensland,
wie hab’ ich dich als hart erkannt! 25
Ach, wie so schwer ertrag’ ich dich,
das sage ich dir sicherlich!
Nur Müh’ und Not wird dem gegeben,
der nicht kann in der Heimat leben.
Ich hab’s erfahren ja an mir,
nichts Liebes fand ich je an dir.
Ich fand an dir kein ander Gut
als Jammer und betrübten Mut,
Ein tief verwundet, wehes Herz
und mannigfaches Leid und Schmerz! 30
Doch kommt uns einmal in den Sinn,
dass uns verlangt zur Heimat hin,
Und hat sich unser Herz gewandt
voll Sehnsucht nach dem Vaterland,
Dann fahren wir, wie jene Mannen,
auf andrer Strasse gleich von dannen,
Auf dem Weg, welcher führt allein
in unser Vaterland hinein.
+VIII. THE LAY OF LUDWIG+
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account