A Leipzig scholar (1700-1766) who, as professor in the university,
author of text-books, editor of journals, and reformer of the local
stage, won a great though transitory prestige. He was a stedfast
champion of clarity, regularity, and good taste, laid great stress on
probability and reasonableness, and held that a strict observance of the
three unities was essential in tragedy. His advocacy of French forms and
taste led to a sharp controversy with the Swiss school of Bodmer, who
looked rather to English models. Gottsched’s _Cato_ met with great
success on the stage, but now seems cold and mechanical. His critical
views can best be studied in the _Critische Dichtkunst_, from which a
selection is given according to the second edition, of 1737.
_From the ‘Critical Poetics,’ Part II, Chapter 10._
§ 11. Wie eine gute tragische Fabel gemacht werden müsse, das ist schon
im vierten Hauptstücke des ersten Theils einiger maassen gewiesen
worden. Der Poet wählet sich einen moralischen Lehrsatz, den er seinen
Zuschauern auf eine sinnliche Art einprägen will. Dazu ersinnt er sich
eine allgemeine Fabel, daraus die Wahrheit eines Satzes erhellet.
Hiernächst sucht er in der Historie solche berühmte Leute, denen etwas
ähnliches begegnet ist: Und von diesen entlehnet er die Namen, für die
Personen seiner Fabel, um derselben also ein Ansehen zu geben. Er
erdenket sodann alle Umstände dazu, um die Hauptfabel recht
wahrscheinlich zu machen, und das werden die Zwischenfabeln, oder
Episodia genannt. Dieses theilt er dann in fünf Stücke ein, die ungefehr
gleich gross sind, und ordnet sie so, dass natürlicher Weise das
letztere aus dem vorhergehenden fliesset: Bekümmert sich aber weiter
nicht, ob alles in der Historie so vorgegangen, oder ob alle
Nebenpersonen wirklich so und nicht anders geheissen haben. Zum Exempel
kann die oberwähnte Tragödie des Sophokles, oder auch mein Cato dienen.
Der Poet wollte dort zeigen, dass Gott auch die Laster, so unwissend
begangen werden, nicht ungestraft lasse. Hierzu ersinnt er nun eine
allgemeine Fabel, die etwa so lautet:
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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