[Notes:
1: The ode, written in 1773, alludes to Goethe’s newly published
_Götz_, in which there are some drastic comments on German legal
procedure under the Code Justinian.
2: Allusion to Voltaire’s _Henriade_.]
+3+
+An Teuthard.+[3]
Trotz jedem Ausland stürmet Begeisterung
In deutschen Seelen. Barden, ihr zeuget es,
Die ihr von Sarons Palmen und von
Heimischen Eichen euch Kränze wandet!
Mit schnellern Flügen als der Hesperier 5
Und Brite flogt ihr, Barden des Vaterlands,
Zu Bragas Gipfel! Noch war Dämmrung;
Dämmrung zerflog, und die Mittagssonne
Stand hoch am Himmel. --Muse Teutoniens,
Du bietest deiner Schwester, der Britin, Trotz 10
Und überfleugst sie bald! Du lächelst,
Muse, der gaukelnden Afterschwester,
Die in den goldnen Sälen Lutetiens
Ihr Liedchen klimpert. Schande dem Sohne Teuts,
Der’s durstig trinket, weil es Wollust 15
Durch die entloderten Adern strömet!
Kein deutscher Jüngling wähle das Mädchen sich,
Das deutsche Lieder hasset und Buhlersang
Des Galliers in ihre Laute
Tändelnde Silberaccorde tönet! 20
Schwing deine Geissel, Sänger der Tugend, schwing
Die Feuergeissel, welche dir Braga gab,
Die Natternbrut, die unsre deutsche
Redlichkeit, Keuschheit und Treue tötet,
Zurückzustäupen! Ich will, o Freund, indes, 25
Wenn deine Geissel brauset, des tollen Schwarms
Am Busen eines deutschen Mädchens
Unter den Blumen des Frühlings lachen.
[Notes:
3: Teuthard--poetic name for a rugged Old German--is Fritz Hahn,
a member of the Alliance.]
+4+
+Lied eines deutschen Knaben.+
Mein Arm wird stark, und gross mein Mut,
Gib, Vater mir ein Schwert!
Verachte nicht mein junges Blut,
Ich bin der Väter wert!
Ich finde fürder keine Ruh 5
Im weichen Vaterland!
Ich stürb, o Vater, stolz wie du,
Den Tod fürs Vaterland!
Schon früh in meiner Jugend war
Mein täglich Spiel der Krieg; 10
Im Bette träumt’ ich nur Gefahr
Und Wunden nur und Sieg.
Mein Feldgeschrei erweckte mich
Aus mancher Türkenschlacht;
Noch jüngst ein Faustschlag, welchen ich 15
Dem Bassa zugedacht.
Da neulich unsrer Krieger Schar
Auf dieser Strasse zog,
Und, wie ein Vogel der Husar
Das Haus vorüberflog: 20
Da gaffte starr und freute sich
Der Knaben froher Schwarm;
Ich aber, Vater, härmte mich
Und prüfte meinen Arm.
Mein Arm wird stark, und gross mein Mut, 25
Gib, Vater, mir ein Schwert!
Verachte nicht mein junges Blut,
Ich bin der Väter wert!
+5+
+Trinklied für Freie.+
Mit Eichenlaub den Hut bekränzt!
Wohlauf! und trinkt den Wein,
Der duftend uns entgegenglänzt!
Ihn sandte Vater Rhein.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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