Ist einem noch die Knechtschaft wert, 5
Und zittert ihm die Hand,
Zu heben Kolbe, Lanz’ und Schwert,
Wenn’s gilt fürs Vaterland:
Weg mit dem Schurken, weg von hier!
Er kriech’ um Schranzenbrot, 10
Und sauf’ um Fürsten sich zum Tier,
Und bub’[4] und lästre Gott!
Und putze seinem Herrn die Schuh,
Und führe seinem Herrn
Sein Weib und seine Tochter zu 15
Und trage Band und Stern!
Für uns, für uns ist diese Nacht,
Für uns der edle Trank!
Man keltert’ ihn, als Frankreichs Macht
In Höchstädts[5] Tälern sank. 20
Drum, Brüder, auf! den Hut bekränzt!
Und trinkt, und trinkt den Wein,
Der duftend uns entgegenglänzt!
Uns sandt’ ihn Vater Rhein.
Uns rötet hohe Freiheitsglut, 25
Uns zittert nicht die Hand,
Wir scheuten nicht des Vaters Blut,
Geböt’s das Vaterland.
Uns, uns gehöret Hermann an,
Und Tell, der Schweizerheld, 30
Und jeder freie deutsche Mann;
Wer hat den Sand gezählt?
[Notes:
4: _Buben_, ‘indulge in shameless vice.’
5: At Höchstädt in Bavaria the French were defeated in 1704 by the
English and Germans.]
+6+
+Vaterlandslied.+
Gesegnet mir, mein Vaterland,
Wo ich so viele Tugend fand,
Gesegnet mir, mein Vaterland!
Die Männer haben Heldenmut,
Verströmen Patriotenblut,
Sind edel auch dabei und gut.
Die Weiber sind den Engeln gleich,
Es ist, fürwahr, ein Himmelreich,
Ihr Preislichen, zu schauen euch.
Sie lieben Zucht und Biedersinn.
O selig Land, worin ich bin!
O möcht’ ich lange leben drin!
+7+
+Lob der Alten.+
Es leben die Alten,
Die Mädchen und Wein
Für Mittel gehalten
Sich weislich zu freun!
Sie übten die Pflichten 5
Des Biedermanns aus
Und lachten in Züchten
Beim nächtlichen Schmaus.
Da lud man die Jugend
Zum Mahle mit ein, 10
Und predigte Tugend
Durch Taten allein;
Man rühmte die Grossen,
Die, tapfer und gut,
Kein andres vergossen 15
Als feindliches Blut.
Dem Lande zu Ehren
Nahm jeder sein Glas;
Vergnügen half’s leeren,
Doch hielten sie Mass, 20
Und lachten sich nüchtern
Und sangen in Ruh
Von fröhlichen Dichtern
Ein Liedchen dazu.
Um Mitternacht schieden 25
Sie küssend vom Schmaus,
Und kehrten in Frieden
Zum Weibchen nach Haus.
Es leben die Alten!
Wir folgen dem Brauch, 30
Auf den sie gehalten,
Und freuen uns auch.
+8+
+Deutsches Trinklied.+
Auf, ihr meine deutschen Brüder,
Feiern wollen wir die Nacht!
Schallen sollen frohe Lieder,
Bis der Morgenstern erwacht!
Lasst die Stunden uns beflügeln! 5
Hier ist echter, deutscher Wein,
Ausgepresst auf deutschen Hügeln
Und gereift am alten Rhein!
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Elsewhere in the archive
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account