Die Helden weilten da nicht mehr, 3915
Sie fuhren auf der wilden See
Mit fröhlichem Gemüte.
Jetzt meinten die guten Helden,
Es müsse ihnen wohl gehen.
Da stieg nun ein Schiffsmann 3920
Zu oberst auf den Mastbaum;
Die Meeresströmung trieb sie
Schnell nach jenem Hafen zu.
Und nun erschrak er sehr darüber,
Als er den Berg erkannte; 3925
Es ward ihm leid und bange.
Hinunter in das Schiff
Rief er also zu den Recken:
“Ihr Helden so schmuck,
Nun wendet euch geschwind 3930
Hin zu dem ewigen Wesen!
Es kostet uns das Leben,
Bleiben wir hier stecken.
Der Berg, den wir gesehen,
Der liegt auf dem Lebermeer![1] 3935
Es sei denn, dass Gott uns rettet,
Wir sterben hier allzusammen.
Wir fahren gegen den Stein zu,
Von dem ihr mich reden hörtet.
Jetzt sollt ihr euch hinkehren 3940
Zu Gott in wahrer Reue
Und aus dem Herzen tilgen,
Was ihr wider ihn getan.
Ich will euch, Helden, wissen lassen
Von der Kraft des Felsen 3945
Und von der Herrschaft,
Die er in seiner Art hat:
Treibt ein Schiff ihm entgegen
Innerhalb dreissig Meilen,
So hat er in kurzer Zeit 3950
Es an sich gezogen;
Das ist wahr und nicht erlogen.
Haben sie irgendwelches Eisen,
Das darf niemand weisen;
Sie müssen gegen ihren Willen dran. 3955
Wo ihr die Schiffe liegen seht,
Vor dem dunkeln Berge dort
Gleich an des Steines Kante,
Da müssen wir auch sterben
Und vor Hunger verenden-- 3960
Es ist nicht abzuwenden,--
Wie alle anderen getan haben,
Die hierher segelten.
Nun bittet Gott, dass er
Uns helfe und gnädig sei. 3965
Wir sind nahe dem Felsen.”
Als der Herzog das vernahm,
Sprach der Fürst lobesam
Zu den Herren sonderlich:
“Jetzt sollt ihr inniglich, 3970
Meine lieben Notgesellen,
Zu unserm Herrn flehen,
Dass er uns gnädiglich
In sein Reich empfange
Wir gehn an diesem Stein zugrunde. 3975
Nun lobt ihn allzusammen
Mit Herzen und mit Zungen.
Es ist uns wohl gelungen,
Sterben wir auf dieser wilden See:
Wir sind geborgen auf immerdar 3980
Bei Gott in seinem Reich.
Nun freut euch allzugleich,
Dass wir ihm so nah gekommen.”
Als sie das vernahmen,
Behielten sie es im Herzen. 3985
Nun taten die guten Helden,
Wie der Fürst ihnen geraten:
Ordneten ihre Sachen schnell,
Gaben alles Gott anheim,
Und beherzigten sein Gebot 3990
Mit Beichte und mit Busse
Mit sehr grossem Eifer,
Wie man Gott gegenüber sollte.
Also machten sie sich bereit.
Als die unglücklichen Männer 3995
Ihre Gebete verrichteten
Und ihre Sachen ordneten,
Gab es ein jämmerlich Rufen,
Das sie zu Gott erhoben.
Ihren Schöpfer sie baten, 4000
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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