Wie jungen Most von altem Holz umschlungen
Fühlt ich mein Blut, das sich im Herzen rührte,
Als es den Druck der Heldenhand verspürte,
Die Deutschlands Schwert so ritterlich geschwungen.
Oft hört ich’s schon gesagt und auch gesungen,
Wie Dich dein Stern von Sieg zu Siege führte,
Doch fühlt ich nie, wie sich’s für Dich gebührte,
Das Herz so ganz von Lieb und Stolz durchdrungen.
Einst sah ich in der Jugend schönen Hüllung
In Dir die Zukunft Deutschlands sich entfalten,
Die neue Zeit erstehen aus der alten:—
Heut stand vor mir die herrlichste Erfüllung—
Ein deutscher Fürst, das Aug’ vol Treu und Adel,
Ein ganzer Mann, Held ohne Furcht und Tadel.
This was followed by another sonnet at the time of his death:—
DEM KAISER FRIEDRICH—1888.
Wir warteten im Stillen lange Jahre,
Und nimmer wankte unsres Herzens Glaube;
Wir sah’n im dunklen Grün die reiche Traube,
Und wussten, welchen Saft sie uns bewahre.
Und jetzt! O klaget nicht an seiner Bahre,
Wenn auch der Leib zerfällt zum Erdenstaube,
Nie werde das dem blinden Tod zum Raube,
Was er gewollt das Hohe, Schöne, Wahre!
Dem edlen Geiste woll’n wir Treue halten,
In stillem Dulden wie in kühnem Wagen;
Wir ehren ihn durch Thaten, nicht durch Klagen,
Und lassen unsre Liebe nie erkalten:
Was wir verloren, kann kein Blick ermessen,
Was wir gehabt, das bleibe unvergessen.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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