Derowegen hat er die Bretter von einander geschnitten, die gesammten
Buchstaben herausgenommen, und damit die Setzerey angefangen, und die
abgegangene Buchstaben mit newen ersetzet.”[145]
“Weil aber solches mit ohnaufhörlicher Arbeyt geschehen müssen, und
sehr langsam von statten gehen wollen, hatt es abermahl nicht geringe
Hindernuss der angefangenen Kunst, auch der Pressen halben, geben
wollen, darüber der Erfinder nicht in geringe Sorg und Schwermuth
gerathen. Nun hatt er aber bey solcher _Invention_ etliche Diener
gehabt, die ihm solch Truckerei verrichten und in andern nöthigen
Sachen, als Dinten sieden, setzen, und dergleichen fleissige Hand und
Hülfte gebotten. Unter denen ist einer Peter Schöffer von Gernsheimb
genannt, gewesen, welcher als er seines Herrn Vorhaben erlerntt, und
selbst Lust darzu bekommen, hatt ihm Gott das Glück und Gab eingeben,
wie man nemlich die Buchstaben in Buntzen schneiden und nachgiessen,
und also vielmahls mannigfaltigen könne, und nicht jeden Buchstaben
oftmahls einzeling schneiden müsse. Dieser hat in geheim eine Buntzen
von einem gantzen _Alphabet_ geschnitten, und seinem Herrn sampt den
Abgus oder _Matricibus_ gezeyget, welches dam seinem Herrn Johann
Fausten so wohl gefallen, dass er vor Frewden ihme sobald seine Tochter
Christinam zur Ehe zu geben versprochen, und balden nachmalen auch
solches würcklich vollzogen.”
“Es hatt aber mit dem Abdruck oder Nachguss dieser Buchstaben eben so
viel Mühe genommen, also mit den Höltzern, dann man lang gekünstelt,
biss man eine gewisse _Mixtur_ so der Gewalt der Pressen eine gute
Zeyt ausstehen könne, erfunden. Als solches auch glücklich erfolget,
damit solch edle Gab Gottes in geheimb verbleiben möge, haben Schwäher
und Tochtermann ihre Gewerken mit Eydpflichten verbunden, solch
Sachen alle in höchster Geheim und Verschwiegenheit zu halten, haben
auch die Bretter und ersten Anfang, wie auch die höltzern Buchstaben
in Cortel oder Schnur eingefasst, aufgehoben und zu zeyten guten
Freunden gezeiget. Quæ primordia avum meum Doctorem Joh. Faust inque
manibus suis Donati primam partem inter cætera vidisse MSStum posteris
nobis relictum testatur.”[146] (D. h.: Dass mein Grossvater, der
Doctor Johann Faust, diese Anfänge und, unter andern, den ersten
Theil des Donats gesehen und in Händen gehabt habe, bezeugt eine uns
Nachkömmlingen zurückgelassene Handschrift.)
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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