History of the Reformation in Europe in the Time of Calvin, Vol. 8 (of 8)Merle d'Aubigné, J. H. (Jean Henri)
History
History of the Reformation in Europe in the Time of Calvin, Vol. 8 (of 8)
Merle d'Aubigné, J. H. (Jean Henri)
Reformation
'Ein Glückszufall brachte dem Papste noch eine ganz
unerwartete Quelle von Einnahmen. Unter ihm wurden die
berühmten Alaungruben von Tolfa entdeckt. Der genannte
Giovanni de Castro, ein Mann der rührigsten Industrie, der
zu Konstantinopel die Färbung italienischer Zeuge betrieben,
bei der Eroberung der Stadt jedoch nichts als sein Leben und
seine technischen Kenntnisse davongetragen, war der Finder.
Umherschweifend auf dem einsamen culturlosen Waldgebirge,
das sich unweit Civita-vecchia mit seinen Ausläufern bis
zum Meer erstreckt, stöbernd unter den Steinen, Erden und
Pflanzen mit dem eigenthümlichen Antriebe solcher Naturen,
bemerkte er zunächst ein Kraut, das er auf den alaunhaltigen
Bergen Asiens gesehen, dann weisse Steine, die der salzige
Geschmack und gar die Auskochung als Alaun erwies. Freudig
eilte er zum Papste und verkündete ihm den Sieg über die
Türken, zunächst den Industriellen, da der Orient durch den
Alaun jährlich über 300,000 Ducaten von den Christen verdiene.
Von anderer Seite wird der Astrolog Domenico di Zaccaria
aus Padua wenigstens als Mitentdecker angegeben.[540] Pius
indess erwähnt nur de Castro. Er und die Cardinäle hielten
die Entdeckung anfangs für eine alchymistische Träumerei.
Doch bestätigten Sachverständige, dass das Gestein wirklich
Alaun und dass es in jenen Bergen in betriebsfähiger Masse
vorhanden sei; das reichliche Wasser der Gegend und der
nahe Seehafen begünstigten den Bau. Es wurden Gewerbsleute
aus Genua berufen, die einst bei den Türken den asiatischen
Alaun behandelt; sie weinten vor Freude, als sie das Mineral
erkannten, nach der Abkochung zeigte sich seine Güte: 80
Pfund hatten den Werth von 100 Pfund türkischen Alauns.
Proben wurden nach Venedig und Florenz versandt. Genuesische
Kaufleute schlossen zuerst einen Ankauf für 20,000 Ducaten
ab. Dann Cosimo de' Medici einen für 75,000. Der Papst fasste
den Vorsatz, das Geschenk Gottes auch zur Ehre Gottes, zum
Türkenkriege zu verwenden; er ermahnte alle Christen, fortan
nur von ihm, nicht von den Ungläubigen den Alaun einzukaufen,
zumal da der seinige nach der Erfahrung besser und billiger
sei.[541] Schon im Jahre 1463 wurde tüchtig in den Gruben von
Tolfa gearbeitet, 8,000 Menschen waren dabei beschäftigt: der
Finder wie die Besitzer des vorher unfruchtbaren Districtes
erhielten eine Quote des Gewinnes, der dem apostolischen
Schatze jährlich gegen 100,000 Ducaten einbrachte. In der
Wahlcapitulation von 1464 wurden sämmtliche Einkünfte von
Alaun für den Türkenkrieg bestimmt.'[542]
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Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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