The Essenes: Their history and doctrinesGinsburg, Christian D. (Christian David)
History
The Essenes: Their history and doctrines
Ginsburg, Christian D. (Christian David)
Essenes
[94] Die Eigenthümlichkeiten der Essäer lassen sich nicht genügend aus
dem Wesen der im Talmud vorkommenden חסידים oder חסידים הראשנים und
der in der Makkabäerzeit auftretenden “Assidäer” erklären; man muss
auch auf das nasiräische Wesen Rücksicht nehmen. Nasiräer gab es in der
nachexilischen Zeit eine grosse Menge (Tosifta Nasir c. iv. Babli
Berachot 48 a. 1 Makkab. ii, 49. Jos. Alterth. xviii, 6, 1). Aber sie
trugen zugleich einen andern Charakter, als die der biblischen Zeit:
sie waren Nasiräer fürs ganze Leben נזיר עולם (Nasir 4 a). Die
Mischna setzt das Vorhandensein solcher ohne Weiteres voraus, und das
Magische an dem Nasiräerthum, das sich bei den biblischen Nasiräern an
den Haarwuchs knüpfte, tritt immer mehr zurück, oder hat vielmehr gar
keine Bedeutung mehr. נזיר עולם הכביד שערו מיקל בשער (das.). Hingegen
tritt bei den lebenslänglichen Nasiräern das Levitische, die Hut vor
Verunreinigung, immer mehr in den Vordergrund (das.). Die Essäer werden
also solche Nasiräer gewesen sein, welche in ihrem Privatleben die
höchste priesterliche Weihe darstellen wollten. Den Zusammenhang
zwischen Nasiräern and Essäern deutet schon eine dunkle talmudische
Stelle an, dass Jemand sich dadurch schon dem vollständigen Nasireat
weiht, wenn er auch nur insofern Nasiräer sein will, um die Geheimnisse
entehrender Familienverhältnisse bewahren zu können: הריני נזיר אם לא
אגלה משפחות הרי זו נזיר ולא יגלה משפחות (Tosifta Nasir c. 1 b
Kiduschim 71 a). Die Erklärung dieser Stelle durch den Essenismus hat
schon Edeles (מהרש״א) in seinem Agadacommentar z. St. geahnt. Diesen
Zusammenhang zwischen Nasiräerthum und Essenismus haben Epiphanius und
die arabischen Schriftsteller Makrisi und Abulfarag’ geahnt; wenn auch
Epiphanius die Ναζαραῖοι von den Ὀσσηνοί unterscheidet, so sind die
Eigenheiten, die er von den Erstern berichtet, doch ganz essäisch.
Ebenso hat Makrisi die Essäer in drei Secten zerspalten, in die Täufer
(מנטהרון = ἡμεροβαπτισταί), die Essäer (אסאניון) und in die
Nasiräer (מתחשפון) (in de Sacy Chrestomathie Arabe Ausgabe von 1806,
arabischer Theil 172 und tome ii, 218). Das arabische Makkabäerbuch
bezeichnet die Essäer durch Chassidäer (c. xxv); in Josippon fehlen an
der Stelle, wo er von den drei Secten spricht, gerade die Essäer (iv,
6, Breithaupt) Die Identität von Nasiräern, Essäern und Assidäern wird
also von vielen Seiten bestätigt. Auch aus Josephus’ Angabe, die Essäer
hätten eigne Bücher gehabt (jüd. Kr. ii, 8, 7), lässt sich ihre
Identität mit den Assidäern erweisen. Im Talmud (Jeruschalmi Barachot,
Ende) wird aus einem Buchs der Chassidäer der Satz mitgetheilt:
“Verlässt du sie einen Tag, so verlässt sie dich zwei Tage”: כתוב בספר
חסידים אם תעובה יום יומים תעובך
[95] Geschichte der Juden, vol. iv. Leipzig, 1856, p. 96–106; 518–528.
[96] Geschichte des Judenthums und seiner Secten, vol. 1. Leipzig,
1857, p. 207–215.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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