Es brach das Herz in ihrem Leib,
Sie sank dahin ein totes Weib. 225
+XXVII. LATER MINNESINGERS+
During the 13th century the making of amatory verses in honor of a liege
lady became a part of the ordinary fashion of knighthood. In time the
‘nightingales’ could be counted by the hundred. Many of them were very
clever metricians, but not many found anything to express that had not
been better expressed before. A few of the more noteworthy among
Walter’s successors are represented in the following selections, which
are taken from Obermann’s _Deutscher Minnesang_. The most original is
Neidhart von Reuental, who eschewed the conventional _hohe Minne_ and
sang lustily of the plebeian maid and the rustic dance.
+1+
+Reinmar von Zweter: Gebot an den Unendlichen.+
Gott, Ursprung aller guten Ding’,
Gott, alle Weit’ und Breite rings umschliessend wie ein Ring,
Gott, aller Höh’ Bedeckung, aller Tiefe endeloser Grund,
O sieh aus deiner Göttlichkeit
Herab auf deine teuer dir erkaufte Christenheit,
Um die dein eingeborener Sohn
ward an dem heil’gen Kreuze wund.
Er hat sich uns vermählt mit seinem Blute:
Die Liebe komm’ uns auch von dir zugute
Um dessen will’n, durch den wir kamen
Von Hölle los und Teufelsmacht.
Ihm sei mit dir, Herr, Lob gebracht
Als Einem Gotte mit dreifachem Namen.
+2+
+Reinmar von Zweter: Kurze Lust und langes Leid.+
Du süsses Weib! Im Herzen mein
Sieh dich doch um,
und find’st du dort noch wen als dich allein,
So lass mich nur vergehn
und ohne Trost bis an mein Ende leben.
Doch herrschest du darin, o dann,
Vielsüsses Weib, so nimm in Huld dich meiner mehr auch an.
Mehr kann ich nicht:
durch meine Augen bist du mir ins Herz gegeben.
Ganz bist du, Süsse, mir hineingegangen,
Ich hab’ dich oftmals heimlich drin empfangen.
Wenn ich so lieb dann an dich dachte,
Ein wenig wohler mir geschah;
Doch dann sass ich gar traurig da,
Und kurze Lust mir langes Leid stets brachte.
+3+
+Reinmar von Zweter: Der tapfere Hahn.+
Preis muss ich, Hahn, Euch zugestehn!
Ihr seid in Wahrheit tapfer, wie gar oft ich hab’ gesehn,
Denn Eure Meisterschaft ist gross
bei Euern Fraun, sind’s noch so viel.
Nun ist nur Eine mir beschert,
Die doch mir alle Freude nimmt und meinen Sinn beschwert,
Sie trägt das grössre Messer,
und sie zürnt, wenn froh ich werden will.
Hätt’ ich so zwei, dann wagt’ ich nie zu lachen,
Hätt’ ich so vier, könnt’ nichts mehr froh mich machen,
Hätt’ acht ich, würd’ ich nicht mehr leben können,
Sie brächten mir den Tod vor Leid.
O Hahn, dass Ihr so tüchtig seid,
Ist Euer Glück,--Ihr meistert selbst zwölf Hennen.
+4+
+Ulrich von Lichtenstein: Glück der Hoffnung.+
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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