Und hob das Zwerglein in die Höh’
Mit rasender Gebärde
Und schmiss es auf die Erde.
Ums Gürtlein war es jetzt getan, 155
Dem Laurin war es übel dran;
Denn als der Kleine fiel zu Hauf,
Griff Hildebrand das Gürtlein auf,
Das jenem Riesenkraft verlieh.
Jetzt kam der Zwerg in Not; er schrie 160
Und heulte, dass der Schall
Ertönte über Berg und Tal.
Demütig rief er Dietrich an:
“Warst du je ein guter Mann,
So friste mir das Leben. 165
Ich will mich dir ergeben,
Ich will dir werden untertan
Mit meinem Gut von heute an.”
[Notes:
1: The locus is the mountains of Tirol. Laurin, the diminutive
dwarf-king, has a rose-garden the trespasser upon which must lose
a hand and foot. The arrogant Witege, Dietrich’s man, wantonly
tramples down the roses; whereupon Laurin assails him, in knightly
fashion, on horseback.
2: The ‘pommel’ of his sword.]
2
_From the ‘Lay of Ecke’: Ecke’s death and Dietrich’s remorse._[3]
Die Schwerter warfen sie von sich
Und rangen nun gewältiglich
Auf freier Stätt’ im Walde.
Einander taten sie so weh,
Dass Blut begoss den grünen Klee 5
Hinab die Bergeshalde.
Gen einen Baum der Berner zwang
Den riesenhaften Ecke;
Das Blut ihm aus den Wunden drang,
Betäubet ward der Recke. 10
Der Berner drückte ihn aufs Gras
Mit solcher fürchterlichen Kraft, dass er kaum noch genas.
Der mächt’ge Ecke war gefällt,
Und auf ihm lag der edle Held,
Herr Dieterich von Berne: 15
“Dein Leben steht in meiner Hand,
Gib mir sofort dein Schwert zum Pfand,
Du, der du kämpfst so gerne.
Tust du es nicht, musst du den Tod
Von meiner Hand erdulden. 20
Drum hilf dir selber aus der Not
Und komme mir zu Hulden.
Du wirst geführt an meiner Hand
Gefangen vor die Frauen drei; so werd ich dort bekannt.”
Der Riese sprach, ein Recke wert: 25
“Dir geb’ ich nicht mein gutes Schwert,
Du lobenswerter Degen.
Drei Königinnen wohlgestalt
Schickten mich her in diesen Wald,
Wo ich dir jetzt erlegen. 30
Doch eher als gefangen gehn
Mit dir nun nach Jochgrimme
Vor jene Königinnen schön,”
Rief er mit lauter Stimme,
“Und deren Spott in Angst und Not 35
Aushalten zu Jochgrimme dort, erkür’ ich hier den Tod.”
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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