A humorous poem, with incidental satire, which enjoyed the favor of all
medieval Europe. The earliest German attempt to weave a continuous
narrative out of the animal-stories that had previously been current in
Latin, and to some extent in French, was that of an Alsatian poet,
Heinrich der Glichezare, who wrote about 1180 and drew upon French
sources. With the exception of a badly preserved fragment this poem is
lost. It was called _Isengrines Not_ and described the pranks played by
the cunning fox on the stupid wolf. Half a century later it was worked
over by an unknown rimester who changed the title to _Reinhart Fuchs_.
This is the High German version from which the first of the selections
below is translated. More important in a literary way is the Low German
version, of which the earliest print dates from 1498. A specimen of this
is given in Simrock’s translation.
1
_From the High German ‘Reinhart Fuchs,’ lines 663 ff: Reynard initiates
the wolf as a monk and teaches him to catch fish._
“Gevatter,” sprach Herr Isengrin,
“Gedenkst du stets als Mönch hierin
Zu wohnen bis zu deinem Tod?” 665
“Ja wohl,” sprach er, “es tut mir not:
Du wolltest ohne meine Schuld
Mir versagen deine Huld
Und nehmen wolltest du mein Leben.”
Sprach Isengrin: “Ich will’s vergeben, 670
Hast du mir je ein Leid getan,
Wenn ich nun mit dir wohnen kann.”
“Vergeben? Mir?” sprach da Reinhart,
“Mein Leben sei nicht mehr bewahrt,
Tat ich je was zu Leide dir. 675
Wüsstest du mir Dank dafür,
Ich gäbe dir zwei Stücke Aal,
Den Rest von meinem letzten Mahl.”
Herr Isengrin war hoch erfreut.
Er öffnete das Maul sehr weit. 680
Und Reinhart warf sie ihm in Mund.
“Ich bliebe immermehr gesund,”
Sprach Isengrin mit blödem Sinne,
“Wär’ ich nur einmal Koch da drinne.”
Reinhart sprach: “Ist bald getan. 685
Willst du hier Brüderschaft empfahn,
So wirst du Meister über die Braten.”
Dem war es recht, wie ihm geraten.
“Das tu’ ich,” sagte Isengrein.
“Also steck deinen Kopf herein,” 690
Sprach Reinhart. Jener war bereit,
Und eilig nahte sich sein Leid.
Er tat hinein die Schnauze gross,
Und Bruder Reinhart ihn begoss
Mit heissem Wasser, das ist wahr, 695
Und brachte ihn um Haut und Haar.
Isengrin sprach: “Weh tut das mir.”
Reinhart sagte: “Wähnet Ihr
Den Himmel mühlos zu gewinnen?
Ihr seid doch nicht so ganz von Sinnen? 700
Gern mögt Ihr leiden diese Not,
Gevatter, wenn Ihr läget tot:
Die Brüderschaft habt Ihr empfahn,
Und alle Tage von nun an
Habt Ihr an tausend Messen teil, 705
Was sicherlich Euch bringt zum Heil.”
Isengrin meint’, es wäre wahr;
Er klagte nicht um Haut und Haar,
Die er nun nicht mehr nannte sein.
Er sprach: “Jetzt, Bruder, sind gemein 710
Die Äle, die noch drinne sind,
Da ich wie du ein Gotteskind.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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