Der ist ein Narr, der sammelt Gut
Und hat nicht Freud’, und guten Mut 5
Und weiss auch nicht, wem er’s wird sparen,
Wenn er muss zum düstern Keller fahren.
Noch törichter ist, wer vertut
In Üppigkeit und Frevelmut
Was Gott ins Haus ihm hat gegeben. 10
Er nur verwalten soll sein Leben
Und Rechenschaft drum geben muss
Wohl schwerer als mit Hand und Fuss.
Ein Narr häuft den Verwandten viel;
Die Seel’ er nicht bedenken will, 15
Sorgt, ihm gebrech’ es in der Zeit,
Und fragt nicht nach der Ewigkeit.
O armer Narr, wie bist du blind!
Du scheust den Ausschlag, kriegst den Grind.
Erwirbt mit Sünden mancher Gut 20
Und brennt dann in der Hölle Glut,
Des achten seine Erben klein:
Sie hülfen ihm nicht mit einem Stein,
Lösten ihn kaum mit einem Pfund,
Wie tief er läg’ im Höllenschlund. 25
Gib weil du lebst, ist Gottes Wort:
Ein andrer schaltet, bist du fort.
Kein weiser Mann trug je Verlangen
Mit Reichtum auf der Welt zu prangen.
Er trachtet nur sich selbst zu kennen; 30
Den Weisen mag man steinreich nennen.
Das Geld am Ende Crassus trank;
Danach gedürstet hatt’ ihn lang.
Crates sein Geld warf in das Meer,
So stört’s im Lernen ihn nicht mehr. 35
Wer sammelt, was vergänglich ist,
Begräbt die Seel’ in Kot und Mist.
[Notes:
1: These three lines, which are a sort of motto, precede a picture
representing a rich man seated at a table which is loaded with
money and plate. Two poor travelers approach and look covetously
upon the wealth. All three men wear the fool’s cap.]
+2+
+Selbstgefälligkeit.+
Den Narrenbrei ich nie vergass,
Seit mir gefiel das Spiegelglas:
Hans Eselsohr mein Herz besass.[2]
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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