Die Fräuelein von Baiern
Die können kochen wohl,
Mit Käsen und mit Eiern
Ihr’ Küchen die sind voll.
Sie haben schöne Pfannen 40
Weiter denn die Wannen,
Heisser denn ein’ Kohl’.
Den Fräuelein soll man hofieren[20]
Allzeit und weil man mag,
Die Zeit die kommet schiere,[21] 45
Es wird sich alle Tag’;[22]
Nun bin ich worden alte,
Zum Wein muss ich mich halten
Alldieweil ich mag.
[Notes:
10: An elderly minstrel joins in the dance and sings the praise of
girls that he has seen in different German lands; Erk and Böhme,
II, 712.
11: _Des besten ... kann_, equivalent to _so gut ich kann_.
12: ‘To sing,’ or perhaps ‘singing.’
13: _Habe_.
14: _Lernen_.
15: _Über die Lehre_, ‘surpassing their instruction,’ ‘outdoing
their teachers.’
16: _Nit geringe_, ‘smart.’
17: _Sehr_.
18: Equivalent to _klopft_, ‘beats.’
19: _Liegt_.
20: ‘Court.’
21: ‘Soon.’
22: _Es wird ... Tag_, equivalent to _Tag reiht sich an Tag_. The
sense is: The time comes fast when one must turn from girls to
wine, as I am even now doing.]
+4+
+Anweisung zum Raubritterberuf.+[23]
Der Wald hat sich belaubet,
Des freuet sich mein Mut.
Nun hüt’ sich mancher Bauer,
Der wähnt, er sei behut![24]
Das schafft des argen Winters Zorn, 5
Der hat mich beraubet,
Das klag’ ich heut und morn.
Willst du dich ernähren,
Du junger Edelmann,
Folg’ du meiner Lehre, 10
Sitz’ auf und trab’ zum Bann![25]
Halt’ dich zu dem grünen Wald,
Wenn der Bauer ins Holz fährt,
So renn’ ihn frischlich an!
Erwisch’ ihn bei dem Kragen, 15
Erfreu’ das Herze dein,
Nimm ihm, was er habe,
Spann’ aus die Pferdlein sein!
Sei frisch und dazu unverzagt,
Wann er nummen[26] Pfennig hat, 20
So russ ihm d’ Gurgel ab.[27]
Heb’ dich bald von dannen,
Bewahr’ dein’ Leib, dein Gut!
Dass du nit werdest zu Schannen,[28]
Halt’ dich in stäter Hut! 25
Der Bauern Hass ist also gross;
Wenn der Bauer zum Tanze geht,
So dünkt er sich Fürstengenoss.
Er nimmt die Metze[29] bei der Hand,
Die gibt ihm einen Kranz; 30
Er ist der Metze eben
Derselbe Ferkelschwanz.[30]
Die Tölpel trippeln hinten nach,
Das ist der Metze eben[31]
Und dem Conzen[32] auch. 35
Ich weiss ein’ reichen Bauern,
Auf den hab’ ich’s gericht’;
Ich will ein’ Weile lauern,
Wie mir darum geschicht.[33]
Er hilft mir wohl aus aller Not, 40
Gott grüss’ dich, schönes Jungfräulein,
Gott grüss dich, Mündlein rot!
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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