wonnesamen Anschauen den Wollust der göttlichen Heimsuchung empfindet,
in dem man unerhörte Dinge geistlichen Gutes gewahrt, die nie gehört
noch gepredigt wurden und in keinem Buche geschrieben stehen.
[Notes:
3: Pfeiffer’s edition of Meister Eckhart, Leipzig, 1857, page 401.]
3
_From Seuse (Suso): The Prelude to the Silent Mass._[4]
Er ward gefragt, was er damit meinte, als er Messe sang und vor der
stillen Messe das Präludium anhub: _Sursum corda_. (Denn nach ihrer
gewöhnlichen Bedeutung meinen die Worte auf Deutsch: Saust auf in die
Höhe, alle Herzen, zu Gott!). Die Worte kamen recht begehrlich aus
seinem Munde, so dass die Menschen, die sie hörten, auf einen
sonderbaren Andacht haben daraus schliessen können. Auf diese Frage
antwortete er mit einem minniglichen Seufzer und sprach also:
“Wenn ich diese lobreichen Worte _sursum corda_ in der Messe sang,
geschah es gewöhnlich, dass mein Herz und meine Seele zusammenflossen
von göttlicher Qual und Begierde, die mein Herz sofort aus sich selbst
entrückten; denn es erhoben sich gewöhnlich drei hochentzückende
Vorstellungen, in denen ich zu Gott aufgeschwungen ward, und durch mich
alle Kreaturen. Die erste einleuchtende Vorstellung war also: Mich
selbst nach allem, was ich bin, nahm ich vor meine inneren Augen mit
Leib und Seele und allen meinen Kräften und stellte um mich herum alle
Kreaturen, die Gott je erschuf im Himmel und auf Erden und in den vier
Elementen, waren es Vögel der Luft, Tiere des Waldes, Fische des
Wassers, Laub und Gras des Erdreiches, oder der unzählige Sand am Meer,
und dazu all das kleine Gestäube, das im Glanz der Sonne schimmert, und
alle die Wassertröpflein, die vom Tau oder vom Schnee oder vom Regen je
gefallen sind oder fallen werden, und wünschte, es hätte deren jegliches
ein süsses, aufdringendes Saitenspiel, wohlgenährt vom Safte meines
innigsten Herzens, und dass also ein neues, hochherziges Lob dem
geminnten, zarten Gott aufklänge von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und dann
zertrennten und zerteilten sich auf eine fröhliche Weise die
minnereichen Arme der Seele gegen die unsägliche Zahl aller Kreaturen,
und es war ihr Gedanke, sie alle darin eifrig zu machen, recht wie ein
freier, wohlgemuter Vorsänger die singenden Gesellen anspornt, fröhlich
zu singen und ihre Herzen zu Gott aufzubieten: _Sursum corda!_”
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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