[Notes:
4: The sonnet is reminiscent of a shipwreck in the Caspian Sea,
November 15, 1636; the title from St. Augustine’s _inter brachia
salvatoris mei et vivere volo et mori cupio_.
5: _Fiel ihr nach_, ‘gave way’ (_ihr_ reflexive).
6: _Anker, Mast, Segel_; all genitive.
7: _Faul auf_, ‘hesitating over.’]
+4+
+Über Herrn Martin Opitzen auf Boberfeld sein Ableben.+
So zeuch auch du denn hin in dein Elyserfeld,
Du Pindar, du Homer, du Maro unsrer Zeiten,
Und untermenge dich mit diesen grossen Leuten,
Die ganz in deinen Geist sich hatten hier verstellt.
Zeuch jenen Helden zu, du jenen gleicher Held,
Der itzt nichts Gleiches hat, du Herzog deutscher Seiten,
O Erbe durch dich selbst der steten Ewigkeiten,
O ewiglicher Schatz und auch Verlust der Welt!
Germanie ist tod, die herrliche, die freie,
Ein Grab verdecket sie und ihre ganze Treue.
Die Mutter, die ist hin, hier liegt nun auch ihr Sohn,
Ihr Recher und sein Arm. Lasst, lasst nur alles bleiben,
Ihr, die ihr übrig seid, und macht euch nur davon,
Die Welt hat wahrlich mehr nichts Würdigs zu beschreiben.
+LII. FRIEDRICH VON LOGAU+
An eminent writer of reflective, critical, and epigrammatic verse
(1604-1655). He was born in Silesia and spent the most of his life at
Brieg, where he was sometime ducal councillor. In 1654 he published
_Salomon von Golaws deutscher Sinngetichte drei Tausend_, the name Golaw
being a disguise of Logau. They vary in length from a couplet to a
hundred lines or more, and disclose in the aggregate a virile and
interesting personality. The text follows Eitner’s edition in _Deutsche
Dichter des 17. Jahrhunderts_.
+1+
+Das Beste der Welt.+
Weistu, was in dieser Welt
Mir am meisten wolgefällt?
Dass die Zeit sich selbst verzehret,
Und die Welt nicht ewig währet.
+2+
+Die unartige Zeit.+
Die Alten konnten fröhlich singen
Von tapfern deutschen Heldensdingen,
Die ihre Väter ausgeübet:
Wo Gott noch uns ja Kinder gibet,
Die werden unsser Zeit Beginnen 5
Beheulen, nicht besingen können.
+3+
+Geduld.+
Leichter träget, was er träget,
Wer Geduld zur Bürde leget.
+4+
+Adel.+
Hoher Stamm und alte Väter
Machen wohl ein gross Geschrei;
Moses aber ist Verräther,
Dass dein Ursprung Erde sei.
+5+
+Gunst für Recht.+
Kein _Corpus juris_ darf[1] man nicht,
Wo Gunst und Ungunst Urtel spricht.
[Notes:
1: _darf_ = _bedarf_.]
+6+
+Theure Ruh.+[2]
Deutschland gab fünf Millionen,
Schweden reichlich zu belohnen,
Dass sie uns zu Bettlern machten,
Weil sie hoch dies Mühen achten.
Nun sie sich zur Ruh gegeben
Und von Unsrem dennoch leben,
Muss man doch bei vielen Malen
Höher noch die Ruh bezahlen.
[Notes:
2: The Treaty of Westfalia gave the Swedes a war indemnity of
5,000,000 talers, but they afterwards demanded and received
200,000 more.]
+7+
+Der Glaubensstreit.+
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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