Doch wird auch des Pregels Randt,
Weil er ist, von euch nicht schweigen;
Was von uns hie wird bekant,
Was wir singen oder geigen,
Unser Nahme, Lust und Ruh’ 65
Stehet euch, Herr Opitz, zu.
[Notes:
1: The full title runs: Gesang bey des edlen und hochberühmten
Herren Martin Opitzen u.s.w. hocherfreulichen Gegenwart zu
Königsberg in Preussen 1638. 29 Heumonat gesungen.
2: _Vorfahrt_ = _Vorfahren_.
3: _Giebt .... Kauff_ = _wird billiger_.]
+3+
+Anke van Tharau.+
Anke van Tharau öss, de my geföllt,
Se öss mihn Lewen, mihn Goet on mihn Gölt.
Anke van Tharau heft wedder eer Hart
Op my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.
Anke van Tharau, mihn Rihkdom, mihn Goet, 5
Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Bloet.
Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,
Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.
Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn
Sal unsrer Löwe Vernöttinge syn. 10
Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,
Je mehr en Hagel on Regen anföcht,
So wardt de Löw’ ön ons mächtig on groht,
Dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.
Wördest du glihk een mahl van my getrennt, 15
Leewdest dar, wor ön dee Sönne kuhm kennt,
Eck wöll dy fälgen dörch Wöler, durch Mär,
Dörch Yhss, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.
Anke van Tharau, mihn Licht, mihne Sönn,
Mihn Lewen schluht öck ön dihnet henönn. 20
Wat öck geböde, wart van dy gedahn,
Wat öck verböde, dat lätstu my stahn.
Wat heft de Löwe däch ver een Bestand,
Wor nicht een Hart öss, een Mund, eene Hand,
Wor öm söck hartaget, kabbelt on schleyht 25
On glihk den Hungen on Katten begeyht?
Anke van Tharau, dat war wy nich dohn,
Du böst mihn Dyhfken, mihn Schahpken, mihn Hohn.
Wat öck begehre, begehrest du ohck,
Eck laht den Rock dy, du lätst my de Brohk. 30
Dit öss dat, Anke, du söteste Ruh,
Een Lihf on Seele wart uht öck on du.
Dit mahckt dat Lewen tom hämmlischen Rihk,
Dörch Zancken wart et der Hellen gelihk.
4
_The same in Herder’s High German translation._
Annchen von Tharau ist, die mir gefällt;
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.
Annchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.
Annchen von Tharau, mein Reichtum, mein Gut, 5
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!
Käm’ alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
Wir sind gesinnt bei einander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübnis und Pein,
Soll unsrer Liebe Verknotigung sein. 10
Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
Je mehr ihn Hagel und Regen anficht;
So wird die Lieb’ in uns mächtig und gross
Durch Kreuz, durch Leiden, durch allerlei Noth.
Würdest du gleich einmal von mir getrennt, 15
Lebtest, da wo man die Sonne kaum kennt;
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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