Wo man ist, da muss man bleiben; und
daher auch nicht in dem ersten Aufzuge im Walde, in dem andern in der
Stadt, in dem dritten im Kriege und in dem vierten in einem Garten, oder
gar auf der See seyn; Das sind lauter Fehler wieder die
Wahrscheinlichkeit: Eine Fabel aber, die nicht wahrscheinlich ist, taugt
nichts, weil dieses ihre vornehmste Eigenschaft ist.
+LXIV. JOHANN JAKOB BODMER+
A Swiss scholar (1698-1783) who is important as the first notable
champion of English literature, and also as the pioneer editor of
medieval poetry. In 1721 he began, with a group of Zürich friends, the
publication of _Discourse der Mahlern_, a literary magazine for which
the English _Spectator_ served as a model. A defense of Milton,
published in 1740, brought on the controversy with Gottsched. In the
course of his long life Bodmer wrote vast quantities of didactic verse,
also epics and tragedies, which are now forgotten, his theory of poetry
having been better than his practice. His fragmentary and uncritical
editions of Wolfram’s _Parzival_, the _Nibelung Lay_, and the
Minnesingers (1753-59) are the earliest attempts to arouse interest in
the forgotten poetry of the despised Middle Ages. The selection is from
the _Discourse der Mahlern_, following Bächtold and Vetter’s reprint in
_Bibliothek älterer Schriftwerke der deutschen Schweiz_, Zürich, 1887.
_From ‘Discourses of the Painters,’ Part I, No. 19; Importance of the
Imagination._
Eine Imagination, die sich wol cultiviert hat, ist eines von den
Haupt-Stücken, durch welche sich der gute Poet von dem gemeinen Sänger
unterscheidet, massen die reiche und abändernde Dichtung, die ihr Leben
und Wesen eintzig von der Imagination hat, die Poesie von der Prosa
hauptsächlich unterscheidet. Dass Opitz den Rang vor Menantes[1]
pretendieren kan, geben ihm das Recht diese schönen und abwechselnde
Bildnissen, die er gemachet hat, und in welchen er die Natur mit denen
Farben und in der Gestalt gemahlet hat, die ihr eigen sind. Ich bediene
mich mit Fleisse dieser Metaphora, die ich von den Mahlern entlehne,
denn die erste und eintzige Regel, welche ein jedweder Schreiber und
Redner, es seye in gebundener oder ungebundener Rede, nachzufolgen hat,
und welche ihm mit den Mahlern gemein ist, die ist diese, dass er das
Natürliche nachspüre und copiere; alle diese andere Regeln, dass er
anmuthig, delicat, hoch schreibe, sind in dieser eingeschlossen und
fliessen daraus ab. Wenn er von einer jeden Sache dasjenige saget, was
ein curieuser Sinn davon wahrnimmt, wenn er nichts davon verfliegen
lässt, das sie dienet von andern Sachen zuunterscheiden, und wenn er mit
solchen angemessenen Worten davon redet, welche mir eben dieselben Ideen
davon erwecken, so sage ich dass er natürlich schreibe; wenn er denn von
einer anmuthigen Sache natürlich schreibet, so kan ich sagen, dass sein
Stylus anmuthig ist; schreibet er von einer Delicatesse natürlich, so
wird der Stylus delicat, und er wird hoch, wenn er von einer Sache
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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