Er lobt den Schöpfer, hört ihm Lerchen singen,
Die durch die Lüfte sich dem Aug entschwingen,
Hört ihm vom Zephyr, lispelnd auf den Höhen,
Ein Loblied wehen. 20
Er schaut auf Rosen Tau wie Demant blitzen;
Schaut über Wolken von der Berge Spitzen,
Wie schön die Ebne, die sich blau verlieret,
Flora gezieret.
Bald zeigt sich fliehend auf des Meeres Rücken 25
Ein Schiff von weitem den nachfliehnden Blicken,
Das sie erst lange gleichsam an sich bindet
Und dann verschwindet.
Bald sieht er abwärts, voller Glanz und Prangen,
Noch einen Himmel in den Fluten hangen, 30
Noch eine Sonne Amphitritens Grenzen
Grundaus durchglänzen.
Er geht in Wälder, wo an Schilf und Sträuchen
Im krummen Ufer Silberbäche schleichen,
Wo Blüten duften, wo der Nachtigallen 35
Lustlieder schallen.
Jetzt propft er Bäume, leitet Wassergräben,
Schaut Bienen schwärmen, führt an Wänden Reben;
Jetzt tränkt er Pflanzen, zieht von Rosenstöcken
Schattende Hecken. 40
Eilt dann zur Hütten, (da kein Laster thronet,
Die Ruh’ und Wollust unsichtbar bewohnet,)
Weil seine Doris, die nur Liebreiz schminket,
Ihm freundlich winket.
Kein Knecht der Krankheit mischt für ihn Gerichte; 45
Unschuld und Freude würzt ihm Milch und Früchte.
Kein bang Gewissen zeigt ihm Schwert und Strafe
Im süssen Schlafe.
Freund, lass uns Golddurst, Stolz und Schlösser hassen,
Und Kleinigkeiten Fürsten überlassen! 50
Mein Lange[2] ruft uns, komm zum Sitz der Freuden
In seine Weiden!
2
_From ‘Spring’: Lines 31-97_
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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