[Notes:
1: Lines 24 ff. Klopstock here follows John xii, making Jesus
‘hide himself’ from the palm-strewing people before entering the
city gate.
2: _Säuseln_; the ‘still small voice’ of I Kings xix, 12.
3: _Wandelndes_ = _fortwandelndes_, ‘continuing.’
4: _Abgrunds_; the ‘pit’ of hell, where the imprisoned fathers are
waiting to be released.]
+2+
+Wingolf[5]: The eighth song.+
Komm, goldne Zeit, die selten zu Sterblichen
Heruntersteiget, lass dich erflehn, und komm
Zu uns, wo dir es schon im Haine
Weht, und herab von dem Quell schon tönet!
Gedankenvoller, tief in Entzückungen
Verloren, schwebt bei dir die Natur. Sie hat’s
Getan! hat Seelen, die sich fühlen,
Fliegen den Geniusflug, gebildet.
Natur, dich hört’ ich im Unermesslichen
Herwandeln, wie, mit Sphärengesangeston,
Argo, von Dichtern nur vernommen,
Strahlend im Meere der Lüfte wandelt.
Aus allen goldnen Zeiten begleiten dich,
Natur, die Dichter! Dichter des Altertums!
Der späten Nachwelt Dichter! Segnend
Sehn sie ihr heilig Geschlecht hervorgehn.
[Notes:
5: The entire ode, dating from 1747 and consisting of eight
‘songs’ in Alcaic meter, was at first entitled _An des Dichters
Freunde_. Wingolf, as it was finally called, is the Norse Gimle,
the abode of the blest after Ragnarok. The seven preceding songs
extol the various friends who, united in a new Bardenhain, are to
usher in a new Golden Age.]
+3+
+An Fanny.+[6]
Wenn einst ich tot bin, wenn mein Gebein zu Staub
Ist eingesunken, wenn du, mein Auge, nun
Lang über meines Lebens Schicksal,
Brechend im Tode nun ausgeweint hast,
Und stillanbetend da, wo die Zukunft ist, 5
Nicht mehr hinaufblickst, wenn mein ersungner Ruhm,
Die Frucht von meiner Jünglingsträne,[7]
Und von der Liebe zu dir, Messias,
Nun auch verweht ist, oder von wenigen
In jene Welt hinüber gerettet ward; 10
Wenn du alsdann auch, meine Fanny,
Lange schon tot bist, und deines Auges
Stillheitres Lächeln, und sein beseelter Blick
Auch ist verloschen, wenn du, vom Volke nicht
Bemerket, deines ganzen Lebens 15
Edlere Taten nunmehr getan hast,
Des Nachruhms werter als ein unsterblich Lied,
Ach, wenn du dann auch einen beglückteren[8]
Als mich geliebt hast, lass den Stolz mir,
Einen beglückteren, doch nicht edleren! 20
Dann wird ein Tag sein, den werd’ ich auferstehn!
Dann wird ein Tag sein, den wirst du auferstehn!
Dann trennt kein Schicksal mehr die Seelen,
Die du einander, Natur, bestimmtest.
Dann wägt, die Wagschal’ in der gehobnen Hand, 25
Gott Glück und Tugend gegen einander gleich;
Was in der Dinge Lauf jetzt missklingt,
Tönet in ewigen Harmonien!
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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