Die Dinge dieser Welt gern von der schönen Seite 1430
Betrachtet; dem Geschick sich unterwürfig macht;
Nicht wissen will, was alles das bedeute,
Was Zeus aus Huld in rätselhafte Nacht
Vor uns verbarg, und auf die guten Leute
Der Unterwelt, so sehr sie Toren sind, 1435
Nie böse wird, nur lächerlich sie find’t
Und sich dazu--sie drum nicht minder liebet;
Den irrenden bedaurt, und nur den Gleisner flieht;
Nicht stets von Tugend spricht, noch, von ihr sprechend, glüht,
Doch ohne Sold und aus Geschmack sie übet; 1440
Und, glücklich oder nicht, die Welt
Für kein Elysium, für keine Hölle hält,
Nie so verderbt, als sie der Sittenrichter
Von seinem Tron--im sechsten Stockwerk--sieht,
So lustig nie als jugendliche Dichter 1445
Sie malen, wenn ihr Hirn von Wein und Phyllis glüht.
[Notes:
1: Phanias is at first a crabbed misanthrope. The lovely Musarion
takes him in hand and teaches him her art of love as a philosophy
of the Graces.
2: The Stoic Cleanthes is one of the characters of the poem.]
2
_From ‘Agathon,’ Book 16, Chapter 3: The Philosophy of the sage
Archytas._[3]
Je mehr ich diesen grossen, alles umfassenden Gedanken[4] durchzudenken
strebe, je völliger fühle ich mich überzeugt, dass sich die ganze Kraft
meines Geistes in ihm erschöpft, dass er alle seine wesentlichen Triebe
befriedigt, dass ich mit aller möglichen Anstrengung nichts Höheres,
Besseres, Vollkommeneres denken kann, und--dass eben dies der stärkste
Beweis seiner Wahrheit ist. Von dem Augenblick an, da mir dieser
göttlichste aller Gedanken, in der ganzen Klarheit, womit er meine Seele
durchstrahlt, so gewiss erscheint, als ich mir selbst meiner
vernünftigen Natur bewusst bin, fühle ich, dass ich mehr als ein
sterbliches Erdenwesen, unendlich mehr als der blosse Tiermensch bin,
der ich äusserlich scheine; fühle, dass ich durch unauflösliche Bande
mit allen Wesen zusammenhange, und dass die Tätigkeit meines Geistes,
anstatt in die traumähnliche Dauer eines halb tierischen Lebens
eingeschränkt zu sein, für eine ewige Reihe immer höherer Auftritte,
immer reinerer Enthüllungen, immer kraftvollerer, weiter gränzender
Anwendungen eben dieser Vernunft bestimmt ist, die mich schon in diesem
Erdenleben zum edelsten aller sichtbaren Wesen macht.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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