[Notes:
1: The scene is a low London inn, to which Mellefont, a sentimental
profligate, has brought Sara Sampson under promise of marriage.
Marwood is Mellefont’s former mistress, by whom he has a daughter,
Bella.]
4
_The Seventeenth of the ‘Letters on Literature.’ Feb. 16, 1759._
‘Niemand,’ sagen die Verfasser der Bibliothek,[2] ‘wird leugnen, dass
die deutsche Schaubühne einen grossen Teil ihrer ersten Verbesserung dem
Herrn Professor Gottsched zu danken habe.’
Ich bin dieser Niemand; ich leugne es geradezu. Es wäre zu wünschen,
dass sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte. Seine
vermeinten Verbesserungen betreffen entweder entbehrliche Kleinigkeiten
oder sind wahre Verschlimmerungen.
Als die Neuberin[3] blühte und so mancher den Beruf fühlte, sich um sie
und die Bühne verdient zu machen, sahe es freilich mit unserer
dramatischen Poesie sehr elend aus. Man kannte keine Regeln, man
bekümmerte sich um keine Muster. Unsre Staats- und Heldenaktionen waren
voller Unsinn, Bombast, Schmutz und Pöbelwitz. Unsre Lustspiele
bestanden in Verkleidungen und Zaubereien, und Prügel waren die
witzigsten Einfälle derselben. Dieses Verderbnis einzusehen, brauchte
man eben nicht der feinste und grösste Geist zu sein. Auch war Herr
Gottsched nicht der erste, der sich Kräfte genug zutraute, ihm
abzuhelfen. Und wie ging er damit zu Werke? Er verstand ein wenig
Französisch und fing an zu übersetzen; er ermunterte alles, was reimen
und ‘Oui, monsieur’ verstehen konnte, gleichfalls zu übersetzen; er
verfertigte, wie ein schweizerischer Kunstrichter[4] sagt, mit Kleister
und Schere seinen ‘Cato’; er liess den ‘Darius’ und die ‘Austern,’ die
‘Elisie,’ und den ‘Bock im Prozesse,’ den ‘Aurelius’ und den ‘Witzling,’
die ‘Banise’ und den ‘Hypochondristen’ ohne Kleister und Schere machen;
er legte seinen Fluch auf das Extemporieren; er liess den Harlekin
feierlich vom Theater vertreiben, welches selbst die grösste Harlekinade
war, die jemals gespielt worden; kurz, er wollte nicht so wohl unser
altes Theater verbessern, als der Schöpfer eines ganz neuen sein. Und
was für eines neuen? Eines französierenden; ohne zu untersuchen, ob
dieses französierende Theater der deutschen Denkungsart angemessen sei
oder nicht.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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