_From the ‘Remembrance of Death,’ lines 663-748: The rich youth at the
grave of his father._
Reicher und edler Jüngling,
Gewahre deine ängstliche Lage
Und geh zu deines Vaters Grab; 665
Nimm den Deckstein davon ab
Und schaue seine Gebeine,
Seufze und weine.
Du magst wohl sagen, wenn du willst,--
Es kostet deiner Herrlichkeit nicht viel:-- 670
“Lieber Vater und Herr,
Nun sage mir, was dich plagt.
Ich sehe dein Gebein verfaulen,
Das hat die Erde ganz zersetzt;
Es kriechet böser Würmer voll. 675
Diese stinkende Höhle
Erzeigt meinem Sinne
Einen furchtbaren Geruch darinne.
Auch ist mir schwer zu Mute,
Da du einst so schön warst, 680
Dass du so schnell verdorben.
Das ist eine jämmerliche Ordnung:
Was einst blühte wie die Lilie,
Das wird wie ein Kleid, das der Meltau
Benagt und zerfrisst. 685
Der ist unselig, der es vergisst.”
So hättest du wohl reden können,
Wenn der Jammer dich bewegt hätte
Aus Liebe zu deinem Vater.
Nun gedenke des Sinnes, 690
Wie er dir antworten würde,
Wenn es naturgemäss wäre,
Oder wenn Gott es erlaubte.
Ich will die Rede nicht lang machen;
Ich spreche für ihn und mit ihm, 695
Vernimm du es mit Aufmerksamkeit:
“Ich will dir das, lieber Sohn,
Wonach du fragtest, kund tun.
Meine Sachen stehen in Unordnung;
Von der Strafe Grimmigkeit, 700
Die ich täglich erleiden muss,
Kann ich mich nicht loswinden.
Ich habe Feuer und Finsternis
Zur Rechten und zur Linken,
Oben und auch unten. 705
Fände jemand meine Not beschrieben,
Er hätte immer davon zu reden.
Das, lieber Sohn, habe ich zu beklagen,
Doch was bedarfst du langer Rede?
Die Ketten der Rache Gottes 710
Halten mich fest gebunden;
Ich habe herben Lohn gefunden
Für alles, was ich beging
Und leider ungebüsst liess.
Alles Mass hatte ich vergessen 715
Im Trinken und im Essen,
Jetzt werde ich bezwungen
Von Durst und von Hunger.
Ehemals brannte mein Fleisch
Im Schweisse der Liederlichkeit; 720
Nun brennt mich der Fluch Gottes
In dem Feuer, das keiner löschen kann.
Ich leide Schmerz und Ungemach;
Weh, dass ich diese Welt je gesehen!
Begehrlichkeit und Hoffahrt, 725
Die beiden haben mir verschlossen
Die Tore der inneren Hölle;
Da sind die schwarzen Pechwellen
Mit den heissen Feuerflammen.
Ich höre da Zähneknirschen, 730
Weinen und Jammern,
Sehr klägliches Rufen
Derer, die keine Hoffnung haben,
Dass sie jemals erlöst werden
Aus dem Abgrunde. 735
Ach, dass ich je so handelte,
Dass ich ihr Genoss werden musste!
Gern möchte ich es ewig büssen,
Würde die Wohltat mir zu Teil,
Dass ich den Teufel nicht ansähe 740
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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