_Lines 2819-2942: Having become friendly with Constantine and won
for him a great battle against the heathen invader Ymelot, Rother
perpetrates a hoax._
Dietrich der Weigand
Nahm Ymelot bei der Hand, 2820
Führte ihn zu Constantin,
Und übergab ihn diesem.
Dann sprach der listige Mann:
“Wir sollten einen Boten haben,
Der den Frauen sagte, 2825
Was wir hier vollbracht.”
“In Treue,” sprach Constantin,
“Der Bote sollst du selbst sein
Um meiner Tochter willen;
Und sage du der Königin 2830
Und den Frauen allesamt,
Dass wir nach Hause reiten
Mit sehr fröhlichen Herzen.
Einen Teil deines Volkes
Lass du mit mir bleiben.” 2835
Da sprach der listige Mann,
Dass er gerne täte,
Was der König verlange.
Dietrich ging von dannen
Mit seinen Heimatsmannen, 2840
Die andern schickte er zum König;
Der bat sie grossen Dank haben.
Zu sich nahm er seine Leute,
Die übers Meer mitgefahren,
Und erklärte den Kühnen, 2845
Was er beabsichtige;
Die teuren Weigande
Wollten gern nach Hause.
Dietrich fuhr von dannen.
Ein Märchen, das war herrlich, 2850
Brachte er zu Constantinopel,
Der berühmten Burg:
Er sagte, er sei entflohen
Mit allen seinen Mannen.
Da weinte die Frau Königin: 2855
“Ach weh, wo ist Constantin
Und die Weigande
Aus manchem Lande?
Dietrich, lieber Herr,
Sollen wir sie wiedersehen?” 2860
“Nimmermehr, das weiss Gott!
Erschlagen hat sie Ymelot
Und reitet her mit Heereskraft;
Er will die Stadt zerstören,
Ich kann mich ihm nicht wehren 2865
Und muss fliehen übers Meer.
Die Weiber und die Kinder,
So viel ihrer in der Burg sind,
Denen wird zuteil der Tod:
Es erschlägt sie Ymelot.” 2870
Da nahm Constantins Weib
Ihre Tochter, die herrliche,
Und sie baten Dietrich
Beide sehr ernsthaft,
Sie von den Heiden zu retten, 2875
Die mit einem Heere kämen.
Da hiess der listige Mann
Die schönen Zelter
Der Königin fortziehen;
Er führte sie zu den Schiffen. 2880
Da gab es, könnt ihr glauben,
Von manchen schönen Frauen
Weinen und Händeringen;
Sie konnten sich nicht fassen.
Es kam eine grosse Gesellschaft 2885
Zu Dietrich aus der Stadt.
Sie wollten alle aufs Meer,
Um sich vor Ymelot zu retten.
Da tröstete sie der schlaue Mann;
Er hatte es aus List getan. 2890
Dietrich hiess seine Mannen
Sofort in die Schiffe gehen.
Asprian, der gute Held,
Trug den Kammerschatz darein,
Sie eilten alle aufs Meer. 2895
Da hiess König Rother
Die Mutter am Gestade bleiben,
Die Tochter in ein Schiff gehn.
Es gab ein grosses Weinen.
Sie sprach: “Ach, Herr Dietrich, 2900
Wem willst du, tugendhafter Mann,
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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