Wie ich es auch nicht sollte,
So jäh Euch Gnad’ erteilen.
Nun gilt es aber eilen; 2310
Denn da es zu erwarten steht,
Dass mir mein Land verloren geht
Gleich heute oder morgen,
Muss ich mich schnell versorgen
Mit einem Mann zur Landeswehr. 2315
Ihn find’ ich nicht in meinem Heer,
Seit mein Gemahl erschlagen ist;
Drum muss ich nun in kurzer Frist
Mir einen Mann erküren
Oder mein Land verlieren. 2320
Nun sollt Ihr mir aufrichtig sagen:
Da Ihr den Herrn mir habt erschlagen,
So seid Ihr wohl ein tüchtiger Mann;
Und wenn ich Euch gewinnen kann,
Bin ich mit Euch doch wohl bewahrt 2325
Vor fremdem Hochmut jeder Art.
Und glaubt, was ich Euch nun erkläre:
Eher als dass ich Euch entbehre,
Gält’ ich sogar als ungesittet;
Obwohl das Weib den Mann nicht bittet, 2330
Bitt’ ich zuerst und bitte sehr.
Bedrängen will ich Euch nicht mehr,
Ich will Euch gerne. Wollt Ihr mich?”
Er sagte: “Frau, verneinte ich,
So wär’ es um mein Glück geschehen. 2335
Der liebste Tag, den ich gesehen,
Der ist mir heute widerfahren,
Und möge Gott mein Heil bewahren!”
[Notes:
1: Iwein is in the castle, Lunete having saved him from the
vassals of the slain Askalon by giving him a ring that made him
invisible.]
II
_From ‘Der arme Heinrich’, lines 1004-1247: Poor Henry at Salerno with
the maid who is eager to give her heart’s blood that he may be cured of
his leprosy._
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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