Eingeschneit: Eine Studentengeschichte — John Shaqi
Eingeschneit: Eine StudentengeschichteFrommel, Emil
General
Eingeschneit: Eine Studentengeschichte
Frommel, Emil
Austria -- Fiction; German language -- Readers -- English; Travelers -- Fiction
As a writer, Frommel is best known as the author of a long series of
stories for the masses, which on account of their unaffected piety,
vigorous language and healthy humor have become exceedingly popular
with all classes. They are published by Wiegandt & Grieben (Berlin),
in eleven volumes under the general title, {„Gesammelte
Schriften--Erzählungen, Aufsätze und Vorträge.“} Our story
{„Eingeschneit“} taken from the sixth volume ({„Aus der
Sommerfrische“}) relates a humorous travelling adventure from the
author’s own merry college-life, when a student of divinity at the
university of Erlangen. It will not be a difficult task for the reader
to discover which of the three jovial young fellows, who, one fine
summer-day, started to see for themselves whether the world really is
as round as their professor had claimed, was the one who in after-life
became so widely known as “Emil Frommel.”
WILHELM BERNHARDT.
Washington, D.C.,
_February, 1899._
=Eingeschneit=
Es war in den Jahren, da einen[1-1] weder die Wissenschaft noch der
Geldbeutel durch ihre Schwere drücken, als sich etliche Studenten von
Erlangen[1-2] aufmachten, um die Welt zu besehen, ob sie auch wirklich
so rund sei,[1-3] wie der Herr[1-4] Professor sagte. Es[1-5] waren
ihrer[1-6] drei, die dies Experiment machen wollten. So[1-7]
verschieden sie auch sonst waren, in einem[1-8] waren sie eins: sie
waren drei wackere Musikanten. Der eine sang einen hohen Tenor und
brauchte keine Feuerleiter, um zum hohen {{C}} hinaufzuklettern; der
zweite hatte eine schöne melodische Mittelstimme, und des Basses
Grundgewalt[1-9] war dem dritten verliehen. In hübschem
„wassergeprüften“[1-10] Sacke verpackt war das Notenbuch eines jeden
umgehängt, um gleich losschießen zu können. Zwei hatten einen
ehrlichen Ranzen, der dritte aber hatte von einer „Nichte“[1-11] eine
Reisetasche, mit Blumenbouquetten verziert, erhalten und trug sie
derselben zu Ehren. Die Finanzmittel waren sehr mäßig und auf kein
„{{Hotel du Lac}}“[1-12] oder desgleichen, wohl aber auf die niedere
Tierwelt berechnet, auf „Bär“ und „Ochsen,“ „Hirsch“ und „Schwan“ und
im Notfall auch auf Heuschober und Tannenbäume. Aber die klingenden
Stimmen und die klingende und singende Brust waren mehr wert als die
klingenden Münzen. „Hat[2-1] man nichts[2-2] mehr, dann sieht man auch
nichts mehr, so[2-3] wird rechts abgeschwenkt und umgekehrt,“ das war
die Reiseparole. So die drei.
* * * * *
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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