German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
Science
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
2. Die Bewegungen der einzelnen Punkte eines Körpers um einen als fest
angenommenen Punkt oder um eine feste Linie (Achse) des Körpers selbst,
die drehenden Bewegungen. Alle Bewegungen können stets aus den beiden
vorhergehenden Arten zusammengesetzt werden.
Die[5] von einem[6] in fortschreitender Bewegung begriffenen Körper
zurückgelegten Wege sind entweder immer gleich gross, dann heisst die
Bewegung gleichförmig; oder sie sind ungleich, dann heisst die Bewegung
ungleichförmig oder veränderlich. Werden[7] im zweiten Falle diese Wege
im Laufe der Zeit immer kleiner, so nennt man die Bewegung verzögert;
werden sie grösser, beschleunigt.
Die Geschwindigkeit ist der[8] in der Zeiteinheit (gewöhnlich in einer
Sekunde) zurückgelegte Weg. Die Geschwindigkeitszunahme in der
Zeiteinheit heisst Beschleunigung, die Geschwindigkeitsabnahme heisst
Verzögerung.
Unter Geschwindigkeit einer veränderlichen Bewegung in einem bestimmten
Augenblick verstehen wir denjenigen Weg, den der Körper in der nächsten
Zeiteinheit zurücklegen würde, wenn er sich von diesem Augenblick an nur
infolge[9] seines Beharrungsvermögens, also gleichförmig, weiter
bewegte.
In einem sehr kleinen Zeitabschnitt, welchen wir mit dt bezeichnen
wollen, können wir die Geschwindigkeit v als unveränderlich ansehen. Der
in diesem Zeitabschnitt zurückgelegte Weg, welcher ebenfalls sehr klein
ist, sei ds. Dann ist v=ds/dt der Wert für die Geschwindigkeit einer
beliebig[10] veränderlichen Bewegung in einem bestimmten Augenblick.
Eine gleichförmig beschleunigte oder verzögerte Bewegung kommt dadurch
zu stande[11], dass auf einen Körper in der Richtung seiner Bewegung
oder gegen dieselbe eine unveränderliche (konstante) Kraft wirkt.
In solchen Fällen lehrt die Erfahrung:
1. Bei[12] gleichen Massen verhalten sich die hervorgebrachten
Beschleunigungen wie die wirkenden Kräfte.
2. Bei gleichen Kräften verhalten sich die Beschleunigungen umgekehrt
wie die Massen.
3. Bei gleichen Beschleunigungen verhalten sich die Kräfte wie die
Massen.
Das Gewicht z. B. ist eine konstante Kraft, welche auf jeden Körper auf
der Erde einwirkt.
14.
Die Gewichtseinheit[1] kann gleichzeitig als Krafteinheit dienen. Man
benutzt in der Mechanik das Kilogramm als Einheit der Kraft. Eine Kraft
von 28 kg heisst[2] demnach, dass dieselbe 28 mal so gross ist, wie der
Druck, welchen 1 l Wasser infolge der Schwere auf seine Unterlage
ausübt, wenn g=9,806 m/sec² ist. (Man definiert jetzt 1 kg als
das Gewicht von 1 l Wasser unter 45° geographische Breite[3] am
Meeresspiegel[4], wo g=9,806 m/sec² ist).
Die Masseneinheit werden wir am bequemsten[5] so wählen, dass dieselbe
durch die Einwirkung der Kraft 1 kg eine Beschleunigung von 1 m/sec²
(=Einheit der Beschleunigung) erlangt. Die Masseneinheit wird demnach
dargestellt[6] z. B. durch 9,81 l Wasser oder 1,40 l Zink etc.
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