German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Die Temperatur, bei[8] der ein starrer Körper flüssig wird, heisst sein
Schmelzpunkt; die Temperatur, bei der ein flüssiger Körper starr wird,
heisst sein Erstarrungs- oder Gefrierpunkt. Beide Temperaturen sind für
dieselbe Substanz gleich. Das Schmelzen und Erstarren ist meist von
einer plötzlichen sprungweisen Aenderung des Volumens begleitet. So
dehnt sich das Wasser beim Gefrieren um[1] beinahe 1/11 seines Volumens
aus; infolgedessen ist das Eis spezifisch leichter als das Wasser. Die
Ausdehnung geschieht mit grosser Gewalt, so dass selbst starke
gusseiserne Bomben durch darin gefrierendes Wasser zersprengt werden.
Die Verwandlung des flüssigen in den gasförmigen Zustand nennt man
Verdampfen; der Uebergang des Dampfes in Flüssigkeit heisst Verdichtung.
Eine Flüssigkeit entwickelt bei[8] jeder Temperatur Dampf. Infolge
seines Bestrebens sich auszubreiten, übt[9] der Dampf, wie jedes Gas,
einen gewissen Druck aus, welchen man Dampfdruck oder Dampfspannung[10]
nennt. Die Dampfspannung wächst mit der Temperatur der Flüssigkeit.
Eine Flüssigkeit siedet, sobald die Spannkraft[10] ihres Dampfes gleich
dem Luftdruck geworden ist. Die Temperatur, bei[8] welcher das Sieden
bei[8] einem Druck von 760 mm Quecksilber eintritt, nennt man den
Siedepunkt. Beim[8] Sieden entweicht der Dampf nicht nur von der
Oberfläche, sondern es[11] bilden sich auch im Inneren der Flüssigkeit
Dampfblasen. Indem dieselben aufsteigen, verursachen sie das Aufwallen
der Flüssigkeit. Man nennt auch die Dampfbildung beim[8] Sieden
Verdampfen[12] im engeren Sinne, während man die Dampfbildung, wobei der
Dampfdruck kleiner als der Luftdruck ist, als Verdunstung[13]
bezeichnet.
25.
Der Siedepunkt wird erniedrigt, wenn der Druck vermindert, und erhöht,
wenn der Druck vermehrt wird. Vermindert man z. B. den Druck auf 92 mm,
so siedet das Wasser bereits bei[1] 50° C. Man benutzt diese
Verminderung der Siedetemperatur, wie z. B. bei[1] den Vakuumpfannen[2]
in den Zuckersiedereien[3], um Wasser aus Stoffen zu entfernen, die sich
bei höherer Temperatur zersetzen würden.
Umgekehrt[4] kann man die Temperatur des siedenden Wassers steigern,
wenn man dasselbe in einem geschlossenen Gefäss erhitzt. Dann kann der
sich entwickelnde Dampf nicht entweichen, wodurch der Druck und damit
die Temperatur steigt. Hierauf beruht der Papinsche[5] Topf oder
Digestor, ein starker eiserner Topf mit angeschraubtem Deckel, woran ein
Sicherheitsventil[6] angebracht ist, welches sich bei einem bestimmten
Druck öffnet. Man kann in einem solchen Topf Substanzen in Lösung
bringen, die sich in Wasser, das bei gewöhnlichem Druck siedet, nicht
auflösen.
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