German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
Science
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
Das Quecksilberthermometer besteht aus einem kugelförmigen oder
zylindrischen Glasgefäss, an welches eine enge Röhre angeschmolzen ist.
Das Glasgefäss und ein Teil der Röhre ist mit Quecksilber gefüllt. Um
die Lagenänderung[6] des Endes der Quecksilbersäule in der Röhre
bestimmen zu können, ist hinter oder auf der letzteren eine Skala
angebracht. Diese Lagenänderung ist bei derselben Temperaturänderung um
so grösser, je grösser das Volumen des Quecksilbers und je enger das
angesetzte Rohr ist. Um die Angaben der Thermometer vergleichbar zu
machen, bestimmt man auf der Skala zunächst zwei Punkte, an denen das
Ende der Quecksilbersäule sich bei[7] zwei bestimmten Temperaturen
befindet. Diese Punkte sind der Gefrierpunkt, entsprechend der
Temperatur des gefrierenden Wassers oder des schmelzenden Eises, und der
Siedepunkt, entsprechend der Temperatur des bei[7] 760 mm Barometerstand
siedenden, reinen Wassers. Diese Punkte heissen Fundamentalpunkte und
ihr Abstand[8] heisst Normalabstand.
Man erhält die Skala, indem man[5] diesen Normalabstand in eine
bestimmte Anzahl gleicher Teile teilt, welche man Grade nennt.
24.
Die in der Wissenschaft allein gebrauchte Skala ist die hundertteilige
oder Zentesimalskala. Bei[7] dieser ist der Gefrierpunkt mit 0°, der
Siedepunkt mit 100° bezeichnet.
Ein homogener starrer Körper dehnt sich nach allen Richtungen hin
gleichmässig aus, d. h. alle Dimensionen vergrössern sich um[1]
denselben Bruchteil ihrer ursprünglichen Länge. Man nennt den Bruchteil
der ursprünglichen Grösse des Körpers, um[1] welche dieselbe bei einer
Temperaturänderung um[1] 1° C sich ändert, den Ausdehnungskoeffizienten
(für Eisen z. B. 0,0000123).
Bei genauen Längenmessungen ist zu beachten, dass die Länge des
Massstabes von der Temperatur abhängt. Ist z. B. ein eiserner Massstab
bei 15° C gerade 5 m lang, so ist seine Länge bei 25° C=5 (1 +
0,0000123[25-15]) = 5,000615 m. Bei -5° C dagegen ist sie 5(1+0,0000123
[-5-15]) = 4,99877 m d. h. bezw.[2] 0,6 mm zu lang und 1,2 mm zu kurz.
Die Kraft, mit der die Ausdehnung und Zusammenziehung der Metalle
erfolgt, ist ebensogross wie die, welche erforderlich wäre, um dieselbe
Aenderung durch mechanischen Zug oder Druck hervorzubringen. Man muss
deshalb eiserne Träger[3], Brücken, Dampfkessel etc. so mit dem
Mauerwerk[4] verbinden, dass sie sich ungehindert ausdehnen und
zusammenziehen können. Eiserne Radreifen[5] werden heiss aufgezogen,
damit sie nach dem Erkalten das Rad fest zusammenpressen. Dasselbe
gilt[6] von den sogenannten Schrumpfringen[7] der grossen Geschützrohre.
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