German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Wenn es möglich wäre, einen einzelnen Magnetpol, losgelöst von jeder
materiellen Masse, herzustellen[7], so würde derselbe, in die Nähe eines
Magnets gebracht, durch die auf ihn ausgeübte Kraft in Bewegung gesetzt
werden. Da er kein Beharrungsvermögen[8] besässe, würde er sich in jedem
Augenblick genau in der Richtung der auf ihn wirkenden Kraft bewegen,
also Bahnen beschreiben, deren Tangente in jedem Punkte der Umgebung des
Magnets die Richtung der daselbst wirkenden magnetischen Kraft angeben
würden. Nach Faraday nennen wir die Umgebung eines Magnets, in welcher
dessen Kraftwirkungen erfolgen, das magnetische Feld, und die soeben
definierten Linien, die Kraftlinien des Felds. Bringt man eine kleine
Magnetnadel in das magnetische Feld, so werden ihre beiden Pole von
entgegengesetzten Kräften angegriffen, weshalb die Nadel sich in die
Richtung der durch ihren Mittelpunkt gehenden Kraftlinie einstellen[9]
muss.
Diese Kraftlinien haben wir uns als geschlossene Kurven
vorzustellen,[10] welche zum Teil ausserhalb, zum Teil aber innerhalb
des Magnets verlaufen. Dieselben können auch ganz innerhalb des Magnets
liegen.
32.
_Die Elektrizität._ Die zwischen zwei punktförmigen Elektrizitätsmengen
wirkende Kraft ist dem Produkt aus den Mengen direkt, dem Quadrat ihrer
Entfernung umgekehrt proportional und fällt der Richtung nach[1] in die
gerade Verbindungslinie der beiden elektrischen Massenpunkte.
Nähert man einem unelektrischen isolierten Leiter[2] einen elektrischen
Körper, so wird ersterer elektrisch, und zwar[3] ist die Elektrizität an
dem Ende, welches dem genäherten Körper zugewendet ist, die
entgegengesetzte, während sich am abgewandten Ende gleichnamige
Elektrizität sammelt. Entfernt man den elektrischen Körper, so
vereinigen sich beide Elektrizitäten wieder, und der Leiter erscheint
unelektrisch, woraus zu schliessen ist,[4] dass von beiden
Elektrizitäten gleichgrosse Mengen vorhanden waren.
Man nennt diese Trennung der Elektrizitäten in einem Leiter durch
Annäherung eines elektrischen Körpers Influenz, Verteilung oder
elektrostatische Induction.
Wenn man in eine leitende Flüssigkeit, z. B. eine Salzlösung, zwei
verschiedene Metalle eintaucht, von denen man das eine zur Erde
ableitet, so wird das nicht abgeleitete Metall elektrisch. Wird hierbei
das erste Metall, wenn das zweite abgeleitet ist, positiv, so wird das
zweite bei Ableitung des ersten ebenso stark negativ. Das abgeleitete
Metall besitzt immer das Potential oder die Spannung 0; also[5] besteht
zwischen beiden Metallen ein Spannungsunterschied. Dieser entsteht
dadurch, dass an den Berührungsstellen[6] der verschiedenen Körper eine
Trennung der Elektrizitäten stattfindet. Die hier auftretenden
Spannungen sind sehr viel geringer als diejenigen bei der Reibung.
Bringt man verschiedene Metalle paarweise in eine Flüssigkeit, so werden
immer diejenigen Metalle am stärksten negativ, welche von der
Flüssigkeit am stärksten angegriffen werden.
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