German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Die Einheit der Polstärke ist ein solcher Magnetpol, dessen Stärke so
gross ist, dass wenn er in die Entfernung von 1 cm von einem ähnlichen
Magnetpol von gleicher Stärke gestellt wird, denselben mit der absoluten
Einheit der Kraft abstösst. Diese absolute Einheit der Kraft ist die
Dyne, welche der Masse von 1 g die Geschwindigkeit von 1 cm in der
Sekunde mitteilt.
31.
In vielen Fällen ist der Magnetismus eines magnetisierten Stahlstabes
hauptsächlich nur auf dessen Oberfläche vorhanden. Man hat dies
dadurch[1] nachgewiesen, dass man einen kurzen Magnetstab in Säure
legte, so dass allmählig die äusseren Schichten des Metalles aufgelöst
wurden. Es stellte sich dabei heraus,[2] dass nach der so
herbeigeführten Beseitigung einer verhältnissmässig dünnen Stahlschicht
der Magnetismus des Stabes fast gänzlich verschwunden war. Ferner
verfuhr man in gleicher Hinsicht[3] so, dass man ein kurzes,
verhältnissmässig dünnwandiges Stahlrohr und einen nach Länge und
Durchmesser gleichen Stahlstab gleich stark magnetisierte. Es zeigte
sich dann, dass das Stahlrohr fast dieselbe magnetische Kraft besass,
wie der volle Magnetstab. Nur bei langen und verhältnismässig dünnen
Stäben dringt der Magnetismus vollständig in das Material ein.
Zerbricht man einen Magnetstab, so bilden die Bruchstücke wiederum
vollständige Magnete, mit je zwei entgegengesetzten Polen. Denken wir
uns diese Teilung so lange fortgesetzt, bis wir den Stab in seine
Moleküle zerteilt haben, so werden wir annehmen dürfen, dass auch
letztere vollständige Magnete darstellen[4] werden.
Wir stellen in betreff der Konstitution eines magnetischen Körpers die
Hypothese auf, dass die Moleküle schon vor der Magnetisierung
vollständige Magnete sind, welche aber im natürlichen Zustand infolge
der gegenseitigen Anziehung sich so lagern[5], dass sich ihre Wirkungen
nach aussen gegenseitig aufheben.[6] Beim Magnetisieren werden dieselben
durch einen äusseren Zwang in gleiche Richtung gedreht, so dass sich nun
ihre Wirkungen nach aussen summieren.
Diese Hypothese wird durch folgenden Versuch gestützt. Man füllt ein
Glasrohr mit Stahlfeilspänen, verkorkt beide Enden und schüttelt um; das
Rohr erscheint nicht magnetisch. Nun magnetisiert man dasselbe, wodurch
es die Eigenschaften eines künstlichen Magnets annimmt. Schüttelt man
das Rohr hierauf wieder kräftig um, so erscheint es wieder gänzlich
unmagnetisch, obgleich die einzelnen Stahlspänchen permanente Magnete
geblieben sind.
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