German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering — John Shaqi
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
Science
German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
German language -- Readers -- Science
_Die elektrischen Strommaschinen._ Die zur Erzeugung von elektrischen
Strömen dienenden Maschinen, welche gewöhnlich als Dynamomaschinen oder
Dynamos bezeichnet werden, unterscheiden[1] sich als Gleichstrom-[2] und
Wechselstrommaschinen[3] und beruhen auf der von Faraday entdeckten
Erregung[4], Influenz oder Induction elektrischer Ströme in Drähten
mittels magnetischer Einwirkung. Bei den ersten Maschinen dieser Art
fand die Erregung der Ströme durch Dauermagnete[5] (stählerne
Hufeisenmagnete) statt, vor deren Polen ein mit zwei Drahtspulen
versehener Anker[6] in rasche Umdrehung versetzt werden konnte. In der
Clarkeschen Maschine wurden in den dicht bei den beiden Magnetpolen
vorübergehenden Ankerschenkeln[7] bei jeder vollen Umdrehung zwei
Polwechsel[8] herbeigeführt und dadurch in den beiden Drahtspulen
entsprechend starke entgegengesetzte, aber in gleicher Richtung durch
beide Spulen fliessende elektrische Ströme induziert, so dass also der
Anker bei einer halben Umdrehung einen Strom in der einen Richtung und
bei der nächsten halben Umdrehung einen Strom in der entgegengesetzten
Richtung in seiner Bewickelung erzeugt. Clarke verbesserte seine
Maschine noch durch Anbringung[9] eines Stromwenders[10], um einen
Strom in gleicher Richtung im äusseren Stromkreise zu erhalten. Diese
Vorrichtung[11] besteht aus einem auf die Ankerwelle aufgesteckten
Zylinder aus isolierendem Material (Holz, Ebonit u. dergl.[12]), auf dem
zwei metallene Sektoren einander gegenüberstehen, aber von einander
isoliert befestigt sind und dabei über den Umfang des isolierenden
Zylinders etwas emporstehen. Auf jedem dieser beiden Metallsektoren
oder Segmenten schleift eine aus Kupferdraht oder schmalen
übereinandergelegten Kupferblechstreifen[13] gebildete elastische
sogenannte Bürste. Beide Bürsten sind auf einer isolierenden Grundplatte
befestigt und durch geeignete Klemmen[14] mit Leitern verbunden.
Ein wesentlicher Fortschritt war die Einführung des Siemensschen
Doppel-T-Ankers. Dieser besteht aus einem weichen Eisenkern[15] von
zylindrischer Form, in welchen beiderseits eine breite Nut[16]
eingefrässt[17] ist, die zur Aufnahme des isolierten Bewickelungsdrahtes
dient, so dass die Windungen parallel zur Achse des Ankerzylinders
liegen. Die in diesen Windungen bei Umdrehung des Ankers induzierten
Ströme werden durch einen auf der Achse sitzenden Stromwender gleich
gerichtet.
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