German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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Die Schwefelsäure des Handels, zuweilen auch englische Schwefelsäure
oder Vitriolöl genannt, ist eine farblose, durchsichtige, geruchlose
Flüssigkeit von 1,83 Dichte und einem Gehalt von 98 Prozent
Schwefelsäure neben 2 Prozent Wasser; oder im reinsten,
konzentriertesten Zustande von 1,854 Dichte. Sie besitzt einen brennend
scharfen, ätzenden, oder, wenn mit viel Wasser verdünnt, rein sauren
Geschmack, siedet bei 338° oder wenn ihre Dichte nur 1,83 bei 326°. Auf
die meisten organischen Substanzen wirkt sie zerstörend ein, verkohlt
z. B. Holz, Stärke, Zucker, löst Haut und Leder auf und wirkt daher
innerlich genossen[12], im konzentrierten Zustande als ätzendes,
heftiges Gift. Will man Schwefelsäure verdünnen, so muss die Säure
langsam und unter Umrühren in das Wasser gegossen werden. Giesst man
unvorsichtigerweise wenig Wasser zu Schwefelsäure, so entsteht oft
heftiges Spritzen der Flüssigkeit, wodurch man leicht beschädigt werden
könnte. Je mehr man die Säure mit Wasser verdünnt, desto niedriger wird
ihre Dichte. Man muss die Schwefelsäure in gut mit Glasstöpsel
verschlossenen Flaschen aufbewahren, da sie sonst, die Feuchtigkeit aus
der Luft anziehend, allmählig verdünnter wird.
51.
Mit den Metalloxyden setzt sich die Schwefelsäure unter meist sehr
heftiger Einwirkung[1] zu schwefelsauren Salzen, Sulfaten oder Vitriolen
um, von welchen sich viele oft massenhaft in der Natur finden; so z. B.
das Kaliumsulfat oder das schwefelsaure Kali, das Natriumsulfat oder das
schwefelsaure Natron (Glaubersalz), das Bariumsulfat oder der
schwefelsaure Baryt (Schwerspat), das Strontiumsulfat oder der
schwefelsaure Strontian (Cölestin), das Calciumsulfat oder der
schwefelsaure Kalk[2] (Gips, Anhydrid), das Magnesiumsulfat oder die
schwefelsaure Magnesia (Bittersalz[3]), das Bleisulfat oder das
schwefelsaure Bleioxyd (Bleivitriol) und viele andere. Die Schwefelsäure
ist eine der unentbehrlichsten chemischen Verbindungen und wird bei
chemischen Operationen massenhaft[4] und zu den verschiedensten Zwecken
gebraucht. Ausser der englischen Schwefelsäure, welche man auch nur
kurzweg als Schwefelsäure bezeichnet, erhält man im Handel noch die
sogen. Nordhäuser- oder rauchende Schwefelsäure, rauchendes Vitriolöl,
neuerdings Oleum genannt, eine bräunliche, ölige, äusserst ätzende, an
der Luft weisse, stechend saure Dämpfe ausstossende Flüssigkeit von 1,88
bis 1,93 Dichte, die eine Mischung der gewöhnlichen Schwefelsäure mit
Schwefelsäureanhydrid ist. Dieses Oleum findet in der chemischen
Technik[5] eine immer steigende Verwendung, z. B. in der
Farbenfabrikation, zur Lösung des Indigos, zur Reinigung gewisser
Mineralöle etc. Wird das Oleum auf 80° erwärmt, so destilliert
Schwefelsäureanhydrid ab, das auf diese Weise leicht in geringen Mengen
dargestellt werden kann.
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