German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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50.
_Die Schwefelsäure_ H_{2}SO_{4}, Molekulargewicht = 97,35, spez. Gew. =
1,854, ist auf der Erde in der Form ihrer Salze sehr verbreitet. Sie
bildet sich beim Zusammentritt[1] von Schwefeltrioxyd und Wasser.
Schwefeltrioxyd entsteht leicht durch Oxydation von schwefliger Säure
SO_{2} mittels des Sauerstoffs der Luft. Findet dieser Prozess bei
Gegenwart von Wasser statt, so wird direkt aus der schwefligen Säure
Schwefelsäure gewonnen:
SO_{2}+O+H_{2}O=H_{2}SO_{4}.
Diese Entstehungsart[2] ist die Grundlage der grossartigen
Schwefelsäureindustrie.
Auf geeigneten Herden[3] wird Schwefel zu schwefliger Säure[4] verbrannt
(S+O_{2}=SO_{2}) oder es[5] werden in geeigneten Rostöfen natürlich
vorkommende Metallsulfide, z. B. Schwefelkies (FeS_{2}), Zinkblende
(ZnS), Bleiglanz (PbS) in der Glühhitze bei Luftzutritt oxydiert, wobei
sich der Schwefel der Sulfide ganz oder teilweise in schwefligsaures Gas
verwandelt, z. B.
4 FeS_{2}+ 11 O_{2} = 2 Fe_{2}O_{3} (Eisenoxyd)+ 8 SO_{2}
Die bei dieser Reaktion entstehende Wärme ist genügend, um den
Röstprozess ohne besondere Feuerung zu unterhalten. Die zum grössten
Teil aus schwefliger Säure bestehenden Röstgase werden in Bleikammern
mit Wasserdampf und Salpetersäure zusammengebracht, wobei man dafür
sorgt[6], dass gleichzeitig immer frische Luft zutreten kann und dass im
Innern der Kammern eine Temperatur von ungefähr 40° herrscht. Während
nun die schweflige Säure durch die Bleikammern strömt und gleichzeitig
mit Luft und den Dämpfen der Salpetersäure bei Vorhandensein[7] von
Wasser in Berührung kommt, wird sie durch den Sauerstoff der
Salpetersäure zu Schwefelsäure oxydiert, während sich die Salpetersäure
zu Stickstoffdioxyd (Untersalpetersäure[8]) reduziert. Sobald aber
letzteres mit den vorhandenen Wasserdämpfen in Berührung kommt,
zerfällt[9] es zu Salpetersäure, die von neuem eine entsprechende Menge
von schwefliger Säure zu Schwefelsäure oxydiert, und zu Stickstoffoxyd,
das unter Aufnahme von Sauerstoff aus der in der Kammer vorhandenen Luft
von neuem in Stickstoffdioxyd übergeht[10], so dass also eine kleine
Menge Salpetersäure genügt, um grosse Mengen von schwefliger Säure in
Schwefelsäure überzuführen[11].
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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