German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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_Soda._ Das neutrale kohlensaure Natron Na_{2}CO_{3} + 10 H_{2}O ist
eines der wichtigsten Salze und wird daher im grossartigsten
Massstabe[1] fabriziert. Am häufigsten benutzt man zu seiner Fabrikation
das Kochsalz. Zu diesem Behufe wird nach dem Verfahren von Leblanc das
Kochsalz zunächst durch Erhitzen mit Schwefelsäure zersetzt und in
Glaubersalz übergeführt. Diese Erhitzung findet in besonderen Oefen
statt, die so konstruirt sind, dass alles[2] bei der Zersetzung des
Kochsalzes durch die Schwefelsäure frei werdende Chlorwasserstoffgas
behufs[3] seiner Verdichtung durch Wasser und Ueberführung in
verkäufliche Salzsäure abgeleitet werden kann. Zuletzt wird das
entstandene Glaubersalz bis zum Glühen erhitzt und dann in den
Sodaschmelzöfen mit ungefähr seinem gleichen Gewicht von Calciumkarbonat
und zwei Dritteilen Anthracit oder Steinkohle unter fortwährendem
Durcharbeiten der Masse bis zum Schmelzen erhitzt, wobei zunächst
infolge der reduzierenden Einwirkung des Kohlenstoffs das Glaubersalz zu
Schwefelnatrium reduziert wird, welches sich mit dem Calciumkarbonat zu
Natriumkarbonat (Soda) und zu Calciumoxysulfid umsetzt.[4] Aus der
geschmolzenen Masse wird durch Wasser das Natriumkarbonat ausgezogen und
durch Verdunsten dieser Auflösung in Krystallen bereitet[5], muss aber
dann durch nochmaliges[6] Umkrystallisieren weiter gereinigt werden.
Nach dem seit 1870 im grossen zur Anwendung gekommenen Verfahren[7] von
Solvay, löst man in konzentriertem, aus Gaswasser dargestelltem
Aetzammoniak Kochsalz auf und leitet in diese Lösung unter einem Drucke
von 2 Atmosphären Kohlensäuregas, wobei sich Natriumdikarbonat bildet,
das herauskrystallisiert, während Salmiak[8] in Lösung bleibt. Durch
Erhitzen wird das Natriumdikarbonat in Soda übergeführt und die dabei
entweichende Kohlensäure wieder von neuem verwendet. Den gleichzeitig
entstandenen Salmiak zersetzt man immer wieder durch Kalk, um von Neuem
Ammoniak daraus abzuscheiden, wobei sich als letztes Produkt
Chlorcalcium bildet. Bei diesem Verfahren erspart man die mühevollen
Schmelzoperationen; aber man gewinnt keine Salzsäure, die zu den
unentbehrlichsten Chemikalien gehört und beim Leblanc-Verfahren als
billiges Nebenprodukt entsteht.
In neuester Zeit stellt[9] man auch aus dem elektrolytisch gewonnenen
Natriumhydroxyd Soda her, indem man[10] durch Einleiten von Kohlensäure
zunächst Natriumdikarbonat (doppeltkohlensaures Natron) erzeugt.
53.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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