German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and EngineeringKroeh, Charles Frederick
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German Science Reader: An Introduction to Scientific German, for Students of Physics, Chemistry and Engineering
Kroeh, Charles Frederick
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_Das Eisen_ findet sich nur in den aus dem Weltraume auf die Erde
gefallenen Meteoriten gediegen[1], sonst mit Sauerstoff oder Schwefel
verbunden. Wir kennen kaum ein Gestein, das nicht mindestens Spuren von
Eisen enthält, und kaum eine Pflanze, die bei der Verbrennung nicht eine
eisenhaltige[2] Asche hinterlässt. Auch findet es sich im tierischen und
menschlichen Körper. Im chemisch reinen Zustand ist es fast silberweiss,
metallisch glänzend, sehr weich, geschmeidig und hämmerbar, von 7,844
Dichte, schmilzt erst bei über 1600°, hält sich[3] in trockener Luft; in
feuchter Luft dagegen beginnt es unter Aufnahme von Sauerstoff zu
rosten. Es löst sich leicht in verdünnter Salpetersäure, Salzsäure und
Schwefelsäure auf. Im konzentrierten Zustande dagegen greifen[4] diese
Säuren, namentlich die Schwefelsäure das Eisen selbst in der Hitze nicht
an. Es wird vom Magnete angezogen. Da es von allen Metallen das
wichtigste ist, wird es aus seinen Erzen, namentlich dem natürlichen
Eisenoxyd, Eisenoxydhydrat, Magneteisen und Eisenkarbonat,
hüttenmännisch[5] in grossartigstem Massstabe abgeschieden.
Das Roheisen[6] ist die unreinste Eisensorte. Es wird durch den sogen.
Hochofenprozess[7] abgeschieden. Zur Gewinnung des Roheisens werden
nötigenfalls die Eisenerze behufs[8] Austreibung von Wasser, Schwefel,
Arsen u. dergl.[9] zunächst geröstet. Dann werden die Eisenerze mit
Koks[10] (seltener mit Holzkohle) und einem die Schmelzung
vermittelnden[11] Gestein (Kalkstein, Quarz u. dergl.) von oben in den
glühenden Hochofen aufgeschüttet, während von unten erhitzte Luft
zuströmt. Die Kohle reduziert die Eisenoxyde zu metallischem Eisen, das
sich unter der Schlacke[12], dem geschmolzenen Gestein sammelt, während
glühende Gase, die sogen. Gichtgase[13], oben aus dem Ofen entweichen.
Die Schlacke fliesst beständig ab; das Roheisen wird von Zeit zu Zeit
abgelassen. Der Hochofen wird ununterbrochen, Tag und Nacht im
Betriebe[14] erhalten. Das weisse Roheisen lässt sich nicht mit
Werkzeugen verarbeiten. Es schmilzt bei 1000 bis 1200°, ist aber im
geschmolzenen Zustande dickflüssig[15] und zum Giessen nicht geeignet;
dagegen ist es das Hauptmaterial zur Schmiedeisen- und Stahlfabrikation.
Zur letzteren benutzt man besonders eine grossblätterige[16], lebhaft
glänzende, 5 bis 20 Prozent Mangan enthaltende Sorte, welche unter dem
Namen Spiegeleisen bekannt ist.
Das graue Roheisen ist von körnigem[17], nicht krystallinischem
Gefüge[18], ziemlich weich und zähe, bricht jedoch, wie das weisse
Roheisen, unter den Schlägen des Hammers, lässt sich dagegen feilen,
bohren, drehen, überhaupt mit den verschiedensten Werkzeugen
verarbeiten. Es schmilzt bei etwa 1100°, ist im geschmolzenen Zustande
dünnflüssig und daher zum Giessen geeignet, weshalb man es gewöhnlich
Gusseisen nennt.
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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