German Society at the Close of the Middle AgesBax, Ernest Belfort
History
German Society at the Close of the Middle Ages
Bax, Ernest Belfort
Germany -- Social conditions; Reformation -- Germany
_Allein die Oberkeit und der Fiscal haben das Ihre nicht getan, das
denn weder gut noch Recht ist, dieweil doch je zu Zeiten andere kleine
Räuber und Diebe hart (als hertiglich) gestraft werden, und diese
reichen Gesellschaften eine des Jahrs den gemeinen Nutzen viel mehr
weder [als] alle andere Strachräuber und Diebe beschädigen, wie dann
das ihr und ihrer Diener Köstlichkeit, Pracht und überschwenglicher
Reichtum öffentliche Anzeigung gibt. Derselben nicht kleine Anzeigung
hat man auch daraus, dass Bartholome Rhem gar in kurzer Zeit mit so
wenigem Hauptgut in der Hochsteter Gesellschaft als einmerklich Gut
gewonnen hat, wie dann das in der Rechtfertigung am Stadtgericht zu
Augsburg und auf jüngst gehaltenem Reichstag zu Worms offenbar gemacht
ist. Man hat den Rhem deshalb in Worms gefänglich eingebracht, da
er denn noch jetzt gefänglich enthalten wird. Man soll ihn hieher
nach Nürnberg erfordern, damit er Zeugnis ablegt und man erfährt,
mit waserlei Gefährlichkeit obengemeldete verbotene Monopolien und
Verkauf geübt werden, auch durch welche guten Mitteln Wege solchem
zuvorzukommen und abzuwenden ist._
_Drei Fragen sind hierüber zu stellen. (1) Ob die Monopolien dem
heiligen Reiche schädlich und deshalb abzuthun sind. (2) Ob alle
Gesellschaften ohne Unterschied abgethan werden sollen oder ob ihnen
ein Mass zu setzen sei. (3) Durch was für Mittel dieses geschehen und
wie diesen Sachen geholfen werden kann._
_I. Erstlich dass die grossen Gesellschaften und Haufung ihrer
Hauptgüter männiglich nachteilig sind, ist die eine Ursache und will
es an der Spezerei, welches der vornehmste Stücke eines ist, so in
deutscher Nation verführt und hantiert werden, ansehen. Man sagt
glaublich, dass der [dem?] König von Portugal 1 Pfund Pfeffer aus
Indien bis nach Antwerpen zu liefern, über drei Schilling in Gold,
deren zwanzig ein Rheinischer Gulden tut, nicht zu stehen komme. So
aber eine Gesellschaft in Portugal nach Spezerei schickt, so habe sie
keine Beschwerde und Einrede, wie teuer der König solche Waare beut
oder gibt, bezahle ihm sogar zu Zeiten noch mehr, nur mit dem Geding,
dass er solche Ware andern, die hernach kaufen wollen, noch teurer
gebe. Des zu einem Exempel mag gesetzt werden: so der von Portugal
einen Centner Pfeffer um 18 Dukaten etwa geboten hat, haben sie ihm 20
oder noch mehr darum gegeben, doch mit dem Geding, dass die königliche
Würde in einem oder zwei Jahren keinem andern desselben Pfeffer oder
Ware näher [billiger] denn um 24 Dukaten geben soll, und so einer den
andern gesteigert, dass die Spezerei, so erstlich um 18 Dukaten erlangt
werden mochte, itzund [jetzt] in Portugal über 34 Dukaten kauft wird.
Und ist also shier noch einsten [einmal] so teuer geworden als es
vorher gewesen. Dergleichen mit andern Spezereien auch geschehen ist,
davon solchen Kaufleuten nichts gelegen, noch sie einigen Verlust,
sondern grossen überschwänglichen Gewinn haben dieweil sie wiederum,
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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