German Society at the Close of the Middle AgesBax, Ernest Belfort
History
German Society at the Close of the Middle Ages
Bax, Ernest Belfort
Germany -- Social conditions; Reformation -- Germany
so teuer sie wollen, geben mögen, und sonst niemand im heiligen
Reiche dieselbe haben oder bekommen mag. Was Schätzung und Nachteil
den meisten bis auf den mindesten daraus erfolgt, ist nicht schwer zu
gedenken. Man kann dies aus den Nürnberger Spezerei-Reisen beweisen.
Der höchste Saffra, so kathelonisch Ort Saffra genannt wird, hat vor
etlichen Jahren, als nämlich im 16, dritthalb Gulden sechs Kreuzer
gegolten; jetzt kostet er, im 22 Jahr, fünfhalb Gulden 15 Kreuzer. Der
beste Saffran, so von den Kaufleuten Zymer genannt wird, hat pro Pfund
1516-1519 2 Gulden und noch 1521 2 Gulden 24-26 Kreuzer gegolten, jetzt
gilt er 4 Gulden; ebenso sind alle Saffrane, arragonischer, polnischer,
avernischer aufgestiegen, u. s. w._
_Die Kaufleute schlagen auch nicht mit allem auf einmal auf, sondern
jetzt mit Saffran und Nägelien, das eine Jahr mit Pfeffer und Ingwer,
dann noch mit Muskatnuß u. s. w., damit ihr Vorteil nicht verstanden
werden soll. Man will deshalb eine Erhebung anstellen, wie viel
Spezerei jährlich nach Deutschland gebracht wird, damit man weiss, so
die Kaufleute auf ein jedes Pfund einen kleinen Anschlag machen, was es
in solch grosser Menge tut, und damit abnehmen kann, was ein Zoll auf
diese Spezerei ertrüge. Man hat auch schon von Kaufleuten sich Angaben
machen lassen, welche aber abweichend waren, doch werden die Ziffern
genannt für die Spezereien, welche allein jährlich aus Lissabon
eingehen, damit man bessere Erkundigung einziehen könne. 36,000
Centner Pfeffer und nicht darunter; che darüber; 2400 Centner Ingwer;
auf 1000 Ballen Saffran kommen allein von Lissabon, ohne das was von
Venedig kommt. Der andern Spezereien wissen sie keine Summe anzuzeigen.
Genaueres kann man in Antwerpen vermittelst des dort erhobenen Zolls
erfahren._
_Die Gesellschaften haben es besonders auf die Waren abgesehen,
deren man am wenigsten geraten [entbehren] mag; und wenn eine nicht
reich genug ist, so nimmt sie eine andere zu Hilfe und beide bringen
dann die betreffende Ware ganz in ihre Hand. Wenn ein armer kleiner
Kaufmann von ihnen dieselbe aufgezurgene Ware kaufen und dann die Ware
andernfalls seiner Nahrung nach vertreiben will, so sind ihm gedachte
grosse Hantierungen von stund an auf dem Nacken, haben den Überschwall
derselben Ware, können sie wohlfeiler, auch auf langem Burgk [Borg]
hingeben; damit wird dieser Armer bedrängt, kommt zu Schaden und
etliche zu Verderb. Manchmal kaufen sie auch ihnen ihre Waren durch
urkundliche Personen, doch nicht ihnen zu gut, wieder ab; das schafft,
dass sie schier an allen Orten im ganzen Europa ihre Gelager halten;
Ursach das ist der Pracht des grossen Haubtgutz._
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
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