German Society at the Close of the Middle AgesBax, Ernest Belfort
History
German Society at the Close of the Middle Ages
Bax, Ernest Belfort
Germany -- Social conditions; Reformation -- Germany
_Die grossen Gesellschaften mindern die Hantierung und Zehrung in den
Landen. Sie richten alles über Land und in Briefen aus; wo jetzt eine
grosse Gesellschaft ist, da nährten sich sonst wohl 20 oder mehr,
die alle webern und wandeln mussten, weil sie keine Lager und Diener
an andern Orten halten konnten. Dadurch wurden die Strassen gebaut,
Zoll und Geleit gemehrt, desgleichen wie Wirte und alle Handwerk des
Nutzens und Geniessen empfinden; denn viel Verkäufer bringen gut Kauf
und Wohlfeilheit der Waren._
_Weiter kommt die gute goldene und silberne Münz durch die
Gesellschaften, welche sie überall aufkaufen und einwechseln, ausser
Landes. Binnen kurzer Zeit wird aus weit gesuchtem Eigennutz Rheinisch
Gold ausgewechselt, verführt und verschmelzt sein. Deshalb sind auch
schon in etlichen Städten Empörungen des gemainen Mannes entstanden,
was, wo es nicht abgewendet wird, noch weiter und mehr zu besorgen ist._
_Man fragt sich II., sollen deshalb alle Gesellschaften abgetan werden?
Das die grossen geldmächtigen Gesellschaften zu vertrennen und nicht zu
dulden sind ist die Ursach oben angezeigt. Deshalb sollen aber nicht
alle Gesellschaften und versammelte Hantierungen gänzlich abgeschnitten
sein; wär wider gemeinen Nutzen, auch ganzer deutscher Nation sehr hoch
beschwerlich, nachteilig und verfächtlich; dann daraus würde folgen (1)
dass man Franzosen und äussern Nationen Stärke, Hilf und Handreichung
gäbe, dasjenige für zu nehmen und zu treiben, das man jetzt so hoch
beschwerlich abzutun fürhat. Diese fremden Nationen würden das ganze
deutsche Land dann aussaugen. (2) Wenn ferner alle allein handeln
würden und einem Schaden entstünde, so würde ihm das zum Verderben
gereichen, und auch denen, welche ihm das Ihre anvertraut hätten. Das
kann nicht geschehen, wo mehrere Personen mit Mass sich vereinigen.
(3) Würde ein solches Verbot allein den Reichen zum Vorteil dienen,
welche ohnehin allenthalben die Körner für sich ziehen und die Spreu
den andern lassen. Von diesen Reichen sind einige so gestellt, dass
sie eben dasjenige zu tun vermöchten, was jetzt grosse Gesellschaften
tun und was man für so herb beschwerlich achtet. Damit würde der
Sache nicht geholfen, sondern ihr nur ein Deckel aufgesetzt sein. (4)
Hantierung und Gewerb bringen es mit sich, dass man die Ware nicht
blos an einem Orte suchen muss; dazu ist eine einzige Person nicht im
Stande, und namentlich nicht zu der Zeit, wo es etwa Notdurft ist. Die
Folge wäre, dass man dem Handel das Land verbieten, fremden Nationen
Nutzen schaffen, die Deutschen aber drucken und bösern würde. Diener
aber anzunehmen und solche an seiner Statt an andere Orte zu schicken
erfordert Geld, und kleine Hauptgüter ertragen kaum das Halten von
Knechten; viele können sich selbst nicht, zu geschweigen Diener,
hinbringen._
_III. Welche Vorschläge sind nun zur Ablehnung gemeldeter verbotener,
böser Verkäufe zu machen?_
Public-domain text, read in full here on John Shaqi.
Reviews
Reviews
No reviews yet
Be the first to share your thoughts on this work.
Elsewhere in the archive
Join the Discussion
Join the discussion
Sign in to leave a comment or review.
Sign InorCreate an account